Auftakt-Nervosität und bitteres Staffel-Aus
Los ging es am Freitag um 14 Uhr mit Lena Dehler (W15) vom Hünfelder SV beim Diskuswurf. Mit einer Bestleistung von 35,22 Metern angereist, reichte es mit geworfenen 32,33 Metern für Platz 17. Man merkte ihr deutlich an, wie nervös sie bei ihren ersten Deutschen Einzelmeisterschaften war.
Ebenfalls am Freitag, kurz nach 15 Uhr, wurde es auch für die U16-Staffel der weiblichen Jugend der StG Hünfeld-Eichenzell-Flieden ernst. Die vier Eichenzeller Mädels – Malia Bohl, Franziska Heußner, Frida Derigs und Lotta Roth – wollten bei ihrem ersten Auftritt bei einer Deutschen Meisterschaft ihr Können zeigen; immerhin war man im Melderanking auf Platz elf von 49 Staffeln gelistet. Der Start verlief verheißungsvoll und der erste Wechsel funktionierte perfekt. Beim zweiten Wechsel passierte jedoch das, was auch absoluten Top-Staffeln passiert: Der Wechsel erfolgte erst hinter der Wechselmarke. Die Staffel lief zwar noch ins Ziel, wurde jedoch disqualifiziert – in der Ergebnisliste stand bittererweise „TR24.7 (Wechselfehler)“. Auch hier merkte man den Athletinnen an, dass Deutsche Meisterschaften eben noch einmal eine andere Hausnummer sind.
Software-Fehler sorgt für Hürden-Krimi
Am Samstag war dann gleich um 10 Uhr erneut Lena Dehler an der Reihe, dieses Mal beim Kugelstoßen. Mit einer Bestleistung von 12,42 Metern angereist, wurden es im Wettkampf 11,42 Meter. Der eine Meter weniger kostete sie leider die Endkampfteilnahme, sodass es am Ende Platz 16 wurde.
Um 12.40 Uhr war dann Greta Ritz (WJU20, Hünfelder SV) über 400 Meter Hürden an der Reihe. Für sie war es verletzungsbedingt erst der zweite Lauf über die Hürden in diesem Jahr – zwei Monate Trainingsrückstand sind ein hartes Wort. Auf Basis der Trainingsleistungen sollte es aber dennoch ins Finale gehen. Dann das Rennen: Gleich bei der ersten Hürde unterlief ihr ein Fehler, beim Überlaufen passte so wirklich gar nichts. Das, was im Training noch richtig gut geklappt hatte, funktionierte nicht. Der Schwung war raus, zur zweiten Hürde hin musste komplett neu Tempo aufgebaut werden, was wertvolle Zeit kostete. Die Hürden danach wurden alle sauber überlaufen, aber die Zeit lag verständlicherweise unter den Erwartungen.
So weit, so gut, doch dann der Schock in der Ergebnisliste: disqualifiziert nach TR22.6 (fehlerhaftes Überlaufen). Der Trainer war gefordert und legte Einspruch gegen das Ergebnis ein, da von außen kein Regelverstoß erkennbar gewesen war. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass es in der Kommunikation zwischen der Zeitmess- und der Wettkampfsoftware zu einem Übertragungsfehler gekommen war. Der Fehler wurde korrigiert und Ritz war mit den gelaufenen 63,27 Sekunden glücklicherweise für das B-Finale qualifiziert.
Starke Finalplatzierungen und sensationelles Bronze
Edda Bischof (Hünfelder SV) war um 13.50 Uhr an der Reihe. Vor einer Woche hatte sie mit der drei Kilogramm schweren Kugel noch den vierten Platz im Kugelstoßen bei der WJU18 belegt. Jetzt ging es bei der WJU20 – in die sie hochgestartet war – mit der vier Kilogramm schweren Kugel zur Sache. Das Ziel, der Endkampf, wurde erreicht: Am Ende war es mit gestoßenen 12,18 Metern ein starker achter Platz.
Am Abend um 18.30 Uhr schlug dann die Stunde von Felix Veith (M15, Hünfelder SV) über 3000 Meter: Das Starterfeld war mit 31 Athleten riesig – und alle starteten in einem einzigen Lauf. Der Hünfelder war im Rennen immer vorne mit dabei. Das Tempo war am Anfang alles andere als schnell: Die ersten 1000 Meter wurden in 3:18 Minuten absolviert, die zweiten 1000 Meter in 3:14 Minuten. Doch dann ging die Post ab: Die letzten 1000 Meter sprintete Veith in knapp 2:43 Minuten – für ihn bedeutete das in einer Zeit von 9:22,73 Minuten sensationell den dritten Platz und damit Bronze. Das war von Anfang bis Ende top gelaufen – eine ganz starke Leistung.
Am Sonntagnachmittag um 15.05 Uhr stand zum Abschluss noch das B-Finale für Greta Ritz auf dem Programm. Man merkte Greta an, dass sie der Lauf vom Samstag und das Regel-Chaos verunsichert hatten. Der Start war noch etwas verhalten, danach folgte jedoch ein in Summe sehr gutes Rennen. Am Ende belohnte sie sich mit Platz 11 in 62,41 Sekunden. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen war das ein sehr gutes Ergebnis.
