Lokales HEF 29.07.2026

CSD-Attentat: Ehemalige Miss Osthessen erlebt Anschlag hautnah

Berlin (maa) – Der mutmaßlich islamistisch motivierte Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat die gesamte Bundesrepublik erschüttert – so auch die ehemalige Miss Osthessen Alice Meckbach aus Bad Hersfeld, die mittlerweile in Berlin lebt und die Stunden nach der Tat aus nächster Nähe erlebte. Während die Ermittler den Anschlag weiter aufarbeiten, schildert sie eine Stadt zwischen Schock, Trauer und Zusammenhalt.

Symbolfoto: Pixabay

Am Samstagabend war ein 21-jähriger Mann am Rande des CSD im Berliner Tiergarten mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Anschließend griff er mehrere Menschen mit einer Machete an. Eine Frau kam bei der Tat ums Leben, 31 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen. Der mutmaßliche Täter, der den Sicherheitsbehörden bereits bekannt gewesen sein soll, wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz erschossen. Die Bundesanwaltschaft geht inzwischen von einem islamistischen Terroranschlag aus. Auf dem Mobiltelefon des Mannes wurde nach Angaben der Ermittler ein mutmaßliches Bekennervideo mit Bezug zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gefunden – bereits zwei Cousins des mutmaßlichen Täters sollen bereits für den IS gekämpft haben. Gleichzeitig wird derzeit intensiv darüber diskutiert, warum der als Gefährder bekannte Mann die Tat trotz der Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden offenbar ausführen konnte.

Von den Ereignissen selbst erfuhr die ehemalige Miss Osthessen Alice Meckbach zunächst nur über eine Nachricht auf ihrem Handy. „Eine Freundin hat mir geschrieben, ob es mir gut geht – ungefähr 20 Minuten nach dem Anschlag. Ich antwortete mit ja, ich wusste noch gar nichts davon“, erzählt sie. Die Freundin sei kurz zuvor noch im Tiergarten gewesen und habe verletzte Menschen gesehen. Besonders ein Gedanke habe sie seitdem nicht mehr losgelassen: „Wäre sie zehn Minuten früher los, hätte sie selbst betroffen sein können.“

Sofort habe auch sie begonnen, Freunde zu kontaktieren, die sich an diesem Abend in Berlin aufhielten. „Ich habe allen geschrieben, ob es ihnen gut geht. Jeder hat sich umeinander gekümmert.“ Die Stunden nach dem Anschlag beschreibt Meckbach als beklemmend. „Non-Stop Sirenen, überall waren Einsatzkräfte am Start, sie haben die ganze Stadt überwacht, überall Hubschrauber.“ Vor allem die Tatsache, dass der mutmaßliche Täter zunächst noch auf der Flucht war, habe die Stimmung zusätzlich belastet. „Es war so eine komische Stimmung überall.“

Auch Tage nach der Tat spüre sie die Auswirkungen im Berliner Alltag. „Seit dem Vorfall sind alle in Trauer. Es ist so ein wichtiger Tag und das nutzt jemand aus.“ An vielen Orten in der Stadt werde derzeit der Opfer gedacht. Menschen kämen zusammen, tauschten sich aus und setzten ein Zeichen der Solidarität. Für Meckbach ist deshalb eine Botschaft besonders wichtig: „Gerade jetzt ist es wichtig, sich nicht unterkriegen zu lassen und weiterzumachen.“

 

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