Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Alt machte deutlich, dass es sich zwar nicht um ein Thema handle, „was aus der Bevölkerung heraus ein großes Interesse erzeugt“, für die Stadtentwicklung jedoch von zentraler Bedeutung sei. „Hier kommen die meisten Besucher an und erleben als Erstes Fulda mit dem Bahnhof. Deshalb muss der Bahnhof ein gutes äußeres Bild zeigen“, sagte Alt.
Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte die komplexen Planungen rund um den Bahnhof. Bereits seit 2018 arbeite die Stadt an einer Neuordnung des Areals. Inzwischen hätten sich jedoch durch Entscheidungen der Deutschen Bahn wesentliche Rahmenbedingungen verändert. Der Bahnhof Fulda sei in das Bundesprogramm „Zukunftsbahnhof 2033“ aufgenommen worden. „Bis 2033 muss dieser Bahnhof nach DB-Richtlinien ausgebaut sein“, erklärte Schreiner. Dazu gehörten barrierefreie Bahnsteige, moderne Aufzüge und die Sanierung der Bahnsteigdächer.
Dafür werde derzeit bereits am Gleis 1 gearbeitet. Die weiteren Maßnahmen der Bahn hätten unmittelbare Auswirkungen auf die kommunalen Planungen. So müsse unter anderem die ursprünglich vorgesehene Verlagerung des Zentralen Omnibusbahnhofs neu bewertet werden. „Wenn ich jetzt einfach im Vorgriff baue und habe die falsche Höhe angenommen, dann werden Sie alle zurecht lachen. Das macht keinen Sinn“, sagte Schreiner. Erst wenn die Bahn ihre Planungen konkretisiert habe, könne die Stadt ihre eigenen Projekte weiter vorantreiben. Parallel müsse die sanierungsbedürftige Tiefgarage unter dem Bahnhofsvorplatz abgesichert werden.
Ein weiteres Thema war die sogenannte Kiss-and-Ride-Anlage auf der Ostseite des Bahnhofs. Nach Angaben Schreiners ist diese insbesondere zu Stoßzeiten stark überlastet. Die Stadt prüfe deshalb ein Einbahnstraßensystem sowie eine Erweiterung der Verkehrsführung. Auch eine mögliche Aufstockung des benachbarten Parkhauses werde derzeit grundsätzlich betrachtet.
Intensiv diskutiert wurde außerdem die Situation rund um die Bahnhofsmission. Schreiner betonte deren wichtige soziale Arbeit. „Die Bahnhofsmission ist ein wichtiges Angebot, das kirchlich getragen wird“, sagte er. Gleichzeitig müsse geprüft werden, ob der derzeitige Standort langfristig noch der richtige sei. Gemeinsam mit den Trägern wolle die Stadt mögliche Alternativen erörtern.
Auch aus Sicht des Esperanto-Hotels besteht Handlungsbedarf. Geschäftsführer Martin Gremm erklärte, dass insbesondere Hotelgäste den Weg vom Bahnhof zum Hotel häufig als wenig attraktiv empfänden. „Der erste Eindruck ist natürlich der Bahnhof – und der macht im Moment nicht unbedingt den tollsten Eindruck“, sagte Gremm. Fulda sei als Tagungs- und Tourismusstandort erfolgreich, deshalb müsse auch das Umfeld entsprechend gestaltet werden. Zugleich sprach er sich ausdrücklich dafür aus, soziale Hilfsangebote zu erhalten. Es gehe nicht gegen die betroffenen Menschen, sondern darum, für alle eine bessere Lösung zu finden.
Das Esperanto selbst entwickelt sich nach Angaben Gremms weiter. In den vergangenen Jahren seien rund vier Millionen Euro in Zimmer, Restaurant, Lobby und Infrastruktur investiert worden. Langfristig werde weiterhin über eine Erweiterung des Kongress- und Hotelbereichs nachgedacht. Angesichts eines Investitionsvolumens von rund 70 Millionen Euro müsse ein solches Projekt jedoch sorgfältig geplant werden.
Den Abschluss der Sommerbegehung bildete ein Besuch im neu eröffneten Waldschlösschen. Betreiber Martin Geisendörfer stellte die sanierte Traditionsgaststätte vor und dankte der Stadt für die Unterstützung während der umfangreichen Sanierungsarbeiten. „Da hängt für mich Herzblut dran“, sagte er mit Blick auf seine persönliche Verbindung zu dem traditionsreichen Gebäude. Ziel sei es gewesen, dem historischen Waldschlösschen neues Leben einzuhauchen und einen klassischen Augustiner-Biergarten als Treffpunkt für die Fuldaer Bevölkerung zu schaffen.
