Lokales FD 06.07.2026

Blaue Glücksorte in der Rhön - Eichenzeller veröffentlicht neues Buch

Osthessen (st) Wo lässt sich an heißen Sommertagen in der Rhön die beste Abkühlung finden? Mit dieser Frage hat sich der Eichenzeller Julian Gick beschäftigt und daraus ein Buch gemacht. In „Blaue Glücksorte in der Rhön“ stellt der 33-Jährige Seen, Bäche, Schluchten und andere besondere Plätze vor, die das Mittelgebirge aus seiner Sicht so einzigartig machen.

Foto: Jessica Fildebrandt

Aufgewachsen in der Rhön zog Gick erst zum Studium nach Hannover. Dort merkte er schnell, wie sehr ihm seine Heimat fehlte. Seine Leidenschaft fürs Wandern führte ihn schließlich zu zahlreichen Orten, die er heute als seine persönlichen Glücksorte beschreibt. Einer davon ist der See Ulmenstein in Nüsttal. „Der ist verborgen, fast schon urwaldmäßig“, sagt Gick. „Das ist wie eine kleine Perle.“ Auch der Teufelskeller im Elsbachtal zählt zu seinen Favoriten.

Dass er einmal Bücher schreiben würde, war ursprünglich nicht geplant. „Das war erst eine Art Hobby“, erzählt der 33-Jährige. „Ich habe nie daran gedacht, Autor zu werden.“ Der entscheidende Anstoß sei gewesen, dass es aus seiner Sicht lange keine passende Literatur über den Fernwanderweg Hochrhöner gegeben habe.

Seine Begeisterung für die Natur entwickelte sich allerdings erst mit etwas Abstand. Während seiner Kindheit habe er die Rhön nicht besonders geschätzt. Erst nach dem Umzug nach Hannover sei ihm bewusst geworden, wie sehr ihm die Landschaft fehlte. Seitdem kehrt er regelmäßig zurück und unternimmt jedes Jahr gemeinsam mit Freunden Wanderungen durch die Region.

Die Rhön beschreibt Gick als „hell“ und „freundlich“. „Ich finde, die Rhön ist einzigartig“, sagt er. Besonders schätzt er die weiten Ausblicke: „In der Rhön fängt schon ab der Hälfte des Berges die Aussicht an.“ Zum Vergleich zieht er den Harz heran. „Der Harz hat etwas Mystisches, ist aber recht dunkel.“ Die vielen Nadelwälder und die in Tälern gelegenen Ortschaften sorgten dort für eine ganz andere Atmosphäre.

Neben den Wanderwegen und Berghütten schätzt Gick vor allem die regionale Küche. „Da geht einem das Herz auf“, sagt er. Viele seiner Sommerorte hätten zudem im Herbst ihren besonderen Reiz. So beeindrucke etwa die Kaskadenschlucht in der Regenzeit mit ihren zahlreichen kleinen Wasserfällen.

Stillstand kennt der 33-Jährige nicht. Derzeit arbeitet er bereits an drei weiteren Büchern. Eines beschäftigt sich mit Transsilvanien, ein weiteres mit Wanderungen rund um Hannover. Besonders am Herzen liegt ihm jedoch ein neues Rhön-Projekt: Dafür folgt er den Routen eines Wanderbuchs aus dem Jahr 1901, um zu dokumentieren, wie sich Landschaft und Wege bis heute verändert haben.

Dass ihn die Natur bis heute begleitet, überrascht ihn selbst kaum. „Die Naturnähe war schon in der Kindheit gegeben“, sagt Gick – und genau daraus ist inzwischen eine zweite Leidenschaft entstanden: das Schreiben von Wanderbüchern.