„Lieber Christian, mit großer Freude habe ich die Nachricht von deiner Ernennung zum Bischof von Eichstätt vernommen“, schreibt Bischof Gerber seinem Mitbruder. „Ich gratuliere dir von Herzen und wünsche dir Gottes reichen Segen.“ In seinem Schreiben betont Gerber die enge persönliche Verbundenheit: „Uns verbindet eine jahrzehntelange Weggemeinschaft, über die ich dich als einen Menschen mit sehr vielen hervorragenden Eigenschaften kennengelernt habe, die dich für diese neuen Aufgaben befähigen.“
Beide haben im Erzbischöflichen Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg gewirkt: Gerber von 2001 bis 2011 als stellvertretender Leiter und von 2011 bis 2014 als Regens, Würtz übernahm 2019 die Leitung des Priesterseminars als Regens. In der Deutschen Bischofskonferenz arbeiten beide bis heute zusammen.
Aufmerksamer Seelsorger
Als Pfarrer in Gengenbach habe Würtz sich als ein Seelsorger gezeigt, „der wach und aufmerksam ist für die Sorgen und Nöte der Menschen von heute“. Gerber schreibt: „Du hast in vielfältiger Weise an die reiche Tradition von Kunst und Kultur dort angeknüpft und diese mit den zeitgenössischen Fragen in Verbindung gebracht.“ Auch bei der Leitung des Freiburger Priesterseminars sei Würtz zusammen mit Studierenden der Frage nachgegangen, welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit die Kirche in unserer Zeit ihre Sendung leben kann.
Im persönlichen Gespräch und in der gemeinsamen Arbeit in der Bischofskonferenz habe er Würtz als jemanden erlebt, „der profund und nüchtern analysieren kann“. Mit seiner Qualifikation als promovierter Jurist und Kirchenhistoriker bringe Würtz Erfahrungen und Kompetenzen in die Bischofskonferenz und in sein neues Bistum ein, „die für viele Zukunftsfragen sehr wertvoll sind.“
Gerber schließt: „Ich freue mich auf nächste Wegetappen mit dir und freue mich für dich und besonders für das Bistum Eichstätt, das nun einen sehr fähigen Mitbruder als künftigen Bischof haben wird.“
Bonifatius und Willibald
Als Zeichen der Verbundenheit greift Gerber auf die enge Verbindung von Bonifatius und Willibald zurück. Bonifatius, dessen Grab im Fuldaer Dom liegt, hatte Willibald als Missionar nach Eichstätt entsandt, wo er als erster Bischof das Bistum mitprägte: „Die enge Verbindung zwischen Bonifatius und Willibald kann uns eine Ermutigung sein, dass auch wir uns in unserem Dienst weiterhin in Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung nahe sind“, schreibt Gerber.
Die Ernennung des neuen Bischofs wurde am Hochfest des heiligen Willibald, des Patrons der Diözese Eichstätt, bekanntgegeben. Christian Würtz folgt auf Gregor Maria Hanke OSB, der das Bistum von 2006 bis zu seinem Rücktritt im Juni 2025 geleitet hatte.
