Die Feuerwehr Ebersburg war zunächst mit dem Einsatzstichwort „brennende Ballenpresse“ alarmiert worden. Vor Ort zeigte sich jedoch schnell, dass sich das Feuer aufgrund der trockenen Vegetation und der starken Windböen bereits auf den angrenzenden Waldbereich ausgedehnt hatte.
„Die Löschmaßnahmen konzentrierten sich zunächst darauf, die Brandausbreitung im Wald zu stoppen und das Feuer dort unter Kontrolle zu bringen“, erklärte David Hasenauer, stellvertretender Kreisbrandinspektor des Landkreises Fulda, der als diensthabender Brandschutzaufsichtsdienst an der Einsatzstelle war. Erst nachdem weitere Kräfte eingetroffen waren, konnte die eigentliche Brandbekämpfung an der Ballenpresse erfolgen. Zur Unterstützung wurden Feuerwehren aus Motten und Kothen, sowie die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr Fulda, Hilders und Hünfeld nachalarmiert.
Hohe Belastung für die Einsatzkräfte
Die Löscharbeiten stellten die Feuerwehrleute vor große Herausforderungen. Neben Temperaturen um die 30 Grad erschwerten starker Wind, dichter Brandrauch und aufgewirbelter Staub die Arbeit erheblich. „Die Einsatzkräfte mussten teilweise mit FFP-Masken und unter Atemschutz vorgehen. Das ist ein sehr kräftezehrender Einsatz, der den Feuerwehrleuten alles abverlangt“, sagte Hasenauer.
Während des Einsatzes musste zudem eine Feuerwehrfrau medizinisch versorgt werden.
Waldbrandgefahr bleibt hoch
Nach Angaben des stellvertretenden Kreisbrandinspektors herrscht im Landkreis Fulda derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Seit Wochen habe es kaum nennenswerte Niederschläge gegeben. In Verbindung mit dem starken Wind sei die Gefahr einer schnellen Brandausbreitung derzeit besonders hoch. „Gerade dieses Wochenende sind die Feuerwehren im Landkreis stark gefordert“, so Hasenauer. Bereits am Samstagabend hatte es einen Einsatz in der Gemeinde Großenlüder gegeben, zuvor waren die Feuerwehren bereits bei einem Brand in Nüstal-Hofaschenbach gefordert worden. Die Bilder großer Waldbrände aus Spanien und Frankreich sorgten zwar derzeit für große Aufmerksamkeit. Solche Ausmaße habe man in Deutschland glücklicherweise bislang nicht, dennoch müsse die Lage sehr ernst genommen werden.
Nachlöscharbeiten mit Wärmebildkamera
Am Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten standen kurz vor dem Abschluss. Bevor die Einsatzstelle an den Eigentümer übergeben werden konnte, kontrollierten die Einsatzkräfte den betroffenen Waldbereich noch mit Wärmebildkameras, um versteckte Glutnester auszuschließen. Mit Sorge blickt die Feuerwehr jedoch auf die kommenden Tage. Nach der aktuellen Prognose des Deutschen Wetterdienstes sind weiterhin keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Stattdessen sollen die Temperaturen erneut auf über 30 Grad steigen. „Regen wäre der gesamten Situation zuträglich“, sagte Hasenauer. Sollte die Trockenheit anhalten, dürfte sich die Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen weiter verschärfen.
