Lokales FD 02.07.2026

Aus Alt wird einzigartig: Fuldaerinnen eröffnen „Atelier.6400“

Fulda (sim) – Vintage statt Massenware, Handarbeit statt Fließbandproduktion: Mit „Atelier.6400“ eröffnet am Samstag ein neues Modelabel in der Fuldaer Innenstadt. Hinter dem Konzept stehen Anne-Katrin Fromm, Matilda Merz und Sylvia Franc-Kotsch (Modeatelier Franc), die aus ausgewählten Vintage- und Luxusstücken individuelle Unikate fertigen. Eröffnet wird das Atelier ab 11 Uhr in den ehemaligen Räumen der „Murmel“ – mit Sektempfang und musikalischer Begleitung der MamboKings.

Noch ist wenig zusehen – ab Samstag ist das anders. Archivfotos: Anne-Katrin Fromm

„Wir fokussieren uns auf Fulda, denn Fulda ist geil – wir brauchen keinen mehr“, sagt Mitinhaberin Anne-Katrin Fromm im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung und bringt damit auf den Punkt, worum es den drei Gründerinnen geht: Mode aus Fulda für Fulda. Die Idee entstand nicht am Reißbrett, sondern aus vielen Gesprächen. Alle drei kennen sich bereits seit Jahren. „Ich wollte unbedingt noch einmal eine eigene Kollektion machen. Nicht das, was der Kunde vorgibt, sondern das, was wir machen möchten. Aus Quatschen wurde dann einfach machen“, erzählt Fromm.

Das Ergebnis trägt den Namen „Atelier.6400“ – eine Anspielung auf die frühere Fuldaer Postleitzahl. Gleichzeitig steckt darin das klare Bekenntnis zum Standort. Entworfen, verändert und gefertigt werden die Kleidungsstücke direkt in Fulda. „Fulda hat mehr Könner, als man meint“, sagt Fromm.

Das Konzept setzt dabei konsequent auf Nachhaltigkeit. Verarbeitet werden ausschließlich bereits existierende Stoffe und hochwertige Vintage-Kleidungsstücke. Viele stammen aus dem Luxussegment und erhalten durch neue Schnitte, Stoffkombinationen oder Details ein völlig neues Erscheinungsbild. „Nicht neu. Neu inszeniert“, heißt es passend auf dem Instagram-Kanal des Ateliers. Jedes Kleidungsstück erzähle seine eigene Geschichte und werde mit viel Sorgfalt neu interpretiert.

„Jedes Stück ist ein Unikat“, betont Fromm. Genau das unterscheide die Kollektion von klassischer Mode von der Stange. „Es sind Einzelteile. Nicht jeder läuft damit herum. Das macht jedes Kleidungsstück zu einer kleinen Rarität.“

Die Leidenschaft für hochwertige Mode begleitet Fromm schon seit ihrer Schulzeit. „Ich sammle seit der zehnten Klasse Luxusmode und bin da einfach affin für“, erzählt sie. Gleichzeitig sei sie nie ein Mensch gewesen, der Kleidung leichtfertig entsorgt. „Ich werfe Sachen ungern weg. Dinge sollte man nicht nur einmal kaufen – sie sollen Begleiter werden.“

Diesen Gedanken möchte das Atelier auch an seine Kunden weitergeben. Wer selbst ein besonderes Kleidungsstück besitzt, kann dieses mitbringen und gemeinsam mit den Designerinnen neu gestalten lassen. „Man kann auch zu uns kommen und sagen: Ich habe hier einen alten Schatz – was könnte man daraus machen?“

Preislich bewege sich das Angebot zwar teilweise im Luxussegment, solle aber bewusst möglichst viele Menschen ansprechen. „Wir haben auch Dinge für den kleineren Geldbeutel“, sagt Fromm. Gleichzeitig verweist sie auf den Aufwand hinter jedem einzelnen Kleidungsstück. „Es ist Handwerksarbeit mit einer Schneiderin. Das hat natürlich seinen Wert.“ Ihr Wunsch: lieber weniger Kleidung kaufen, dafür aber bewusst in langlebige Einzelstücke investieren.

Die Zielgruppe beschreibt Fromm mit einem Augenzwinkern als Menschen, die sich überraschen lassen möchten. „Für mich sind das Teile, bei denen man denkt: 'Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal trage.'“ Das Motto des Ateliers bringt sie selbst auf den Punkt: „Chic Schischi.“

Im Laden werden bewusst nur wenige Stücke gleichzeitig präsentiert. Das Sortiment soll dafür kontinuierlich wachsen und regelmäßig um neue Unikate ergänzt werden. Geöffnet ist das Atelier mittwochs bis samstags von 10 bis 17 Uhr, Termine außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind ebenfalls möglich.

Für die drei Gründerinnen erfüllt sich mit der Eröffnung ein lang gehegter Traum. Dass ausgerechnet die ehemaligen Räume der „Murmel“ frei wurden, empfinden sie dabei als glückliche Fügung. „Das ist echt ein Geschenk, dass das jetzt klappt“, sagt Fromm.

Nun soll das Konzept die Menschen in Fulda überzeugen. Oder wie es die drei Gründerinnen selbst auf Instagram formulieren: „Wir glauben an Schätze mit Geschichte. An Qualität, die bleibt. Und an Mode, die neu inszeniert wird.“ Und Fromm ergänzt mit einem Lächeln: „Jetzt geht's los. Wir freuen uns über jeden, der vorbeikommt.“