Aus Holz ist nicht nur die Fassade – als erste Schule im Landkreis hat die Grundschule Poppenhausen einen Anbau in mehrgeschossiger Holzständerbauweise bekommen. „Das Material passt einfach zur Rhön. Es ist nachhaltig und der Neubau konnte so viel schneller realisiert werden als es mit einem Massivbau der Fall gewesen wäre“, beschreibt Jürgen Obermeier, Fachdienstleiter des Gebäudemanagements beim Landkreis Fulda die Vorzüge. Im Inneren ist davon allerdings kaum noch etwas zu sehen. Aus Brandschutzgründen mussten alle Holzbauteile verkleidet werden. Das tut der freundlichen Atmosphäre aber keinen Abbruch. Sogar eine Fußbodenheizung gibt es jetzt – gespeist mit Fernwärme.
„Herzstück des Anbaus ist der neue Ganztagsbereich im Untergeschoss auf Höhe des Schulhofs. Eine lichtdurchflutete Mensa mit 50 Sitzplätzen, der Speisenausgabe mit Spülküche sowie Räume für die Nachmittagsbetreuung finden hier Platz“, berichtet Gebäudemanagerin Christina Ruppel-Baum. Sie arbeitet für den Landkreis Fulda und hat den Umbau betreut. Die Mensa liegt als eingeschossiger Riegel dem neuen und zum Teil dem alten Schulgebäudeteil vorgelagert und geht in einen überdachten Pausenhof über. Er verbindet das Hauptgebäude mit der Turnhalle. Im Geschoss darüber auf Niveau des Haupteingangs hat die Schulverwaltung schon ihre neuen Räumlichkeiten bezogen und im Obergeschoss haben zwei der insgesamt acht Klassen neue helle Klassenräume bekommen. Über eine neue Aufzugsanlage wird das Gebäude barrierefrei zugänglich.
Auch im Bestandsbau hat sich einiges getan. Alle bestehenden Räume werden oder wurden bereits saniert und zum Teil neuen Funktionen zugeordnet. Im Erdgeschoss und dem Obergeschoss sind jetzt jeweils drei Klassenräume untergebracht. Im Untergeschoss sitzt die Fernwärmestation sowie ein Lager und künftig auch Fachklassenräume für Kunst, Musik und Werken. Der Schulhof kann nun durch eine seitliche Rampe erschlossen werden. Mit Natursteinelementen und altem Baumbestand im unteren Teil, Nestschaukel, Kletterwand und Sechseckturnanlage im oberen Bereich, bietet der Pausenhof den Kindern viel Abwechslung. Aktuell finden letzte Bauarbeiten im Untergeschoss statt. Hier werden Fach- und Technikräume und die Toiletten für die Schülerinnen und Schüler saniert. Die Toilettensanierung ist übrigens die einzige Maßnahme, für die vorübergehend auf eine Containerlösung zurückgegriffen wird.
„Während des Umbaus sind wir einfach zusammengerückt“, erinnert sich Schulleiterin Anja Niebling an das Dreivierteiljahr zwischen Baustaub und Lärm. „Wir wollten keine Container, sondern haben genutzt was vorhanden war.“ Schulumbauten bringen immer besondere Herausforderungen mit sich, da sie in der Regel während des laufenden Schulbetriebs stattfinden müssen. Für Architekt Benjamin Kropp vom Büro „herrmann + kropp architekten“ aber nicht das erste Schulbauprojekt im Landkreis. „Man muss Abläufe anders planen, aber letztlich lernen alle voneinander“, sagt Kropp.
Nach Monaten des Umbaus stehen dem Kollegium und den 160 Schülerinnen und Schülern, die in zwei Zügen die Klassen eins bis vier besuchen, künftig deutlich bessere Lern- und Betreuungsbedingungen zur Verfügung. Zuvor beengt und auf dem Stand der 1970er Jahre, ist in der Grundschule Poppenhausen bald alles neu und modern. „Wir freuen uns über das Ergebnis und sind schon jetzt stolz auf unsere neue Schule.“ Auch wenn die letzten Baustellenfahrzeuge erst im Spätherbst verschwunden sein werden, kann Poppenhausen nach den Sommerferien wie geplant in den Ganztag starten.
