Lokales VB 30.07.2026

300 Einsatzkräfte bei Brand - Mischak: Horrorszenario wahr geworden

Lauterbach (gü) – Großalarm am Mittwoch in Lauterbach: Gegen 17.20 Uhr war in der dicht bebauten historischen Innenstadt ein Brand mit Menschenleben in Gefahr gemeldet worden. Bis zu 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, Psychosozialer Notfallversorgung und Verwaltung waren am Abend zeitweise vor Ort. Insgesamt fünf Gebäude wurden beschädigt, 31 Personen wurden vorerst in der örtlichen Jugendherberge untergebracht.

Foto: Fuldamedia.

In der Innenstadt von Lauterbach ist am Mittwochnachmittag ein Feuer in einem Restaurant ausgebrochen, das sich in einem Fachwerkhaus befand. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen bereits zwei Gebäude in Vollbrand, wie Lauterbachs Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert schilderte. Das Einsatzgeschehen habe sich stark dynamisch entwickelt. Der Feuerwehr gelang es, wie Eifert in der Nacht sagte, den Brand auf vier der Wand an Wand stehenden Gebäude zu begrenzen, die Polizei berichtete am Donnerstag morgen, dass fünf Gebäude beschädigt wurden. Mit den Drehleitern aus Schlitz, Fulda und Alsfeld sowie dem Teleskopmastfahrzeug aus Lauterbach wurde eine Riegelstellung gebildet. „Die größte Herausforderung für uns ist die topografische Lage hier. Der Marktplatz ist ungefähr 15 Meter höher als der Obere Graben – das waren Vorder- und Rückseite der Gebäude“, schilderte Eifert. Dazwischen liege auch noch die Stadtmauer. Nach ersten Informationen aus der Nacht erlitten vier Personen eine Rauchgasintoxikation und seien in Krankenhäuser gebracht worden. 31 Personen wurden vorerst in der örtlichen Jugendherberge untergebracht. Der Bereich um die Einsatzstelle war evakuiert und abgesperrt worden. Aufgrund der Rauchentwicklung waren auch Anwohner im erweiterten Bereich gebeten worden Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Anwohner berichtete, dass es mehrere Schläge getan habe und als sie rausgelaufen seien, um zu sehen, was los sei, schon die Flammen zu sehen gewesen seien.

 

Große Betroffenheit

„Es tut echt weh“, sagte Lauterbachs Bürgermeister Holger Marx, der gerade in Fulda war, als die Nachricht ihn erreichte und sich sofort auf den Weg zurück machte. „Wir müssen morgen früh gucken, was alles betroffen ist“ sagte er am späten Abend. Der Wochenmarkt, der normalerweise am Donnerstag auf dem Marktplatz stattfinde, sei abgesagt worden. Er dankte der Jugendherberge, die sich sofort bereiterklärt habe, die Menschen aus den betroffenen Häusern aufzunehmen. Zudem lobte er die „sensationelle Zusammenarbeit“ der Blaulichtfamilie. Auch aus der Bevölkerung seien gleich Menschen gekommen, um Spenden, Essen und Getränke zu bringen.

„Ich komme aus Lauterbach, kenn die Stadt seit über 47 Jahren. Das ist immer das Horrorszenario, das der Lauterbacher vor Augen hat, dass es irgendwann mal in der eng bebauten Innenstadt, der Fachwerkstadt, zu einem Brand kommt“, sagte Landrat Dr. Jens Mischak: „Diese Horrorvorstellung ist sozusagen am heutigen Abend Wahrheit geworden.“ Schon vor vielen Jahren sei extra das Teleskopmastfahrzeug für die Feuerwehr angeschafft worden, mit dem man durch die Abknick-Funktion auch ein Stück hinter die Gebäude komme. Bis nach Mitternacht war der Landrat vor Ort und nahm, wie auch der Bürgermeister, an den regelmäßigen Lagebesprechungen teil. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Einsatz noch die nächsten zwölf bis 24 Stunden andauern wird“, sagte Mischak in der Nacht. Wie es dann mit den Gebäuden weitergeht, sei noch offen. Unter anderem war noch in der Nacht ein Bauberater des THW vor Ort, um nach der Statik der betroffenen Gebäude zu schauen. Der Landrat richtete einen großen Dank an alle Einsatzkräfte, alles habe sehr gut ineinandergegriffen.

Großbrand in Lauterbach. Fotos: Fuldamedia