Lokales FD 23.01.2026

Zukunft des Rädchens - Pächter und Betreiber über Kündigung irritiert

Fulda (pm/gü) – Das „Rädchen“ muss wohl schließen, weil der Pachtvertrag seitens des neuen Eigentümers gekündigt wurde (wir haben berichtet). Nun äußern sich auch die Pächterin, die Brauerei Hochstift, und die Betreiber, die Zum Goldenen Rad GbR mit Inhaber Jonas Sporer. Sie sind irritiert über die Kündigung, da noch ein schriftlich geschlossenes Pachtverhältnis bis in den April 2028 bestanden habe, und lassen die Kündigung derzeit rechtlich prüfen.

Foto: Justin Klenner.

 

Die gemeinsame Stellungnahme von Pächter und Betreiber:

„Bezugnehmend auf die Beiträge der örtlichen Presse vom 21. Januar möchten wir unsere Sicht als Pächter/Betreiber der Gaststätte „Goldenes Rad" wie folgt darstellen: Bereits seit 1967 pflegt die Brauerei als Pächter ein langjähriges und auf gegenseitigem Vertrauen basierendes Pachtverhältnis mit der Eigentümerfamilie, um das im Herzen der Altstadt von Fulda liegende „Rädchen" als Gaststätte und generationenübergreifende, kulturelle Institution über Jahrzehnte offen zu halten, weiter zu entwickeln und mit Leben zu füllen. Die Eigentümerfamilie (welche nicht in Fulda ansässig ist) schloss noch im September 2022 schriftlich einen bis zum 30. April 2028 laufenden Pachtvertrag zum Fortbestand dieser Institution. Nachdem im Juli 2024 die betagte Eigentümerin Dritten eine Generalvollmacht erteilte, haben diese Bevollmächtigten noch in persönlichen Gesprächen gegenüber den jetzigen Betreibern versichert, ganz im Sinne der Eigentümerin das bestehende Pachtverhältnis fortzuführen und den Fortbestand des Rädchens zu gewährleisten. Im Februar 2025 wurde sogar den Betreibern schriftlich angeboten, das Objekt bzw. die Immobilie zu erwerben und eine Bedenkzeit zum Kauf eingeräumt. Obwohl der seitens der Bevollmächtigten vorgegebene Kaufpreis seitens der Betreiber akzeptiert wurde, erfolgte zur Überraschung der Betreiber und der Pächter ohne weitere Rücksprache eine Veräußerung an den jetzigen Eigentümer. Zu diesem Zeitpunkt bestand das schriftlich geschlossene Pachtverhältnis bis zum 28. April 2028, was allen Beteiligten bekannt war. Angesichts aller mündlichen und schriftlichen Zusagen waren wir als Pächter/Betreiber überrascht, dass der Pachtvertrag nun so überraschend gekündigt wurde. Wir betrachten dies als massiven Vertrauensbruch und lassen die Wirksamkeit derzeit von unseren Anwälten prüfen. Wir sind bestrebt, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden und den Fortbestand des Rädchens möglichst lange zu sichern, zumal es sich um eine kulturelle Institution handelt, die allen sehr am Herzen liegt und die den gastronomischen Kern und Charakter der Stadt Fulda schon über Jahrzehnte maßgeblich prägt.“

 

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