Starker Auftritt auch im Halbfinale
Beim knappen 4:11, 16:14, 11:8, 9:11 und 8:11 stellte der derzeit auf Rang 26 notierte ehemalige Weltranglistenerste gegen den ungemein risikoreich und aggressiv spielenden Asiaten im Halbfinale seine wiedererarbeiteten Stärken eindrucksvoll unter Beweis. So ließ sich der zweimalige Europameister auch nicht von fehlerlosen Starts seines Gegners in den Auftaktsätzen aus der Ruhe bringen. Als Zhou zunächst mit 6:0 und in Durchgang zwei mit 3:0 begann, reagierte der Ovtcharov des Jahres 2026 wie in besten Zeiten: Er nahm sein Timeout und spielte in der Folge voller Selbstbewusstsein einfach noch präziser und entschlossener, drängte den Chinesen immer wieder weiter vom Tisch und verwickelte ihn in jene langen Rallyes, die ihm zumeist Vorteile verschaffen.
Ovtcharov: „Im vierten Satz die Möglichkeit verpasst“
Trotz seiner knappen fünften Niederlage im fünften Vergleich mit dem für ihn unangenehm spielenden Zhou Qihao tritt Ovtcharov mit einer eindrucksvollen Bestätigung seiner wiedergewonnenen Leistungsfähigkeit die Rückreise in die Heimat an: „Das Halbfinale war erneut ein Spiel auf sehr hohem Niveau. Gegen einen sehr guten Zhou Qihao war nach meiner 2:1-Führung bei 8:8 im vierten Satz die Möglichkeit da, das Spiel für mich zu entscheiden. Da bin ich zweimal bei seinem Aufschlag sehr gut in die Ballwechsel gekommen, habe aber in zwei Rückhandrallyes meine Chancen leider ungenutzt gelassen.“
Mit alter Klasse zu neuem Selbstbewusstsein
Für den Olympiadritten von London und Tokio war der Jahresauftakt in Katar ein voller Erfolg: „Seit November habe ich drei Top-Five-Leute und sehr gute andere Spieler schlagen können. Ich habe das Gefühl gewonnen, dass mein Niveau jetzt wieder richtig gut ist. Darauf versuche ich, konstant aufzubauen und gehe optimistisch in die nächsten Wochen und Monate.“
Die in der jüngeren Vergangenheit von gesundheitlichen Problemen und knappen Niederlagen zurückgeworfene Nummer 26 der Welt sammelte auf dem beschwerlichen Weg zurück zu alter Klasse in Doha mit seinen Erfolgen über den Weltranglistenzweiten Lin Shidong (China), die Südkoreaner Jang Woojin und Cho Daeseong sowie in der Vorwoche beim Champions-Turnier den World-Cup-Gewinner Hugo Calderano (Brasilien) neues Selbstbewusstsein. Zum Jahresende 2025 hatte Ovtcharov mit seinem Triumph beim Champions Frankfurt über WTT-Finals-Gewinner Tomokazu Harimoto (Japan) die aktuelle Entwicklung eingeläutet.
Ab Montag zehn Deutsche beim Contender Muscat am Start
Nach dem Auftakt in Katar mit einem Champions- und einem Star-Contender-Turnier dreht sich das WTT-Karussell ab morgen in Maskat weiter. Beim WTT Contender in der Hauptstadt des Oman gehen insgesamt zehn Deutsche an den Start, darunter ab Mittwoch im Hauptfeld Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) und Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach) sowie Nina Mittelham, Xiaona Shan (beide ttc berlin eastside) und Yuan Wan (TTC Weinheim). An den beiden Qualifikationstagen kämpfen Andre Bertelsmeier (TSV Bad Königshofen), Wim Verdonschot (SV Union Velbert), Franziska Schreiner und Sophie Klee (beide TSV Langstadt) um einen der acht Plätze im Hauptturnier. Die DTTB-Asse haben auch für die Wettbewerbe Doppel und Mixed gemeldet.
