An einem typischen Donnerstag öffnen sich die Türen des HOTRooms in der Kanalstraße 1a pünktlich um 12 Uhr. Dann füllt sich der Raum schnell. Rund 50 Gäste nutzen das Angebot regelmäßig. „Wir hatten am Donnerstag zum ersten Mal nach den Feiertagen wieder geöffnet. Die Besucherzahl ist immer relativ stabil, das zeigen auch die vergangenen Jahre. Wir haben etwa 50 Portionen – und die sind meistens auch weg“, berichtet Ann-Katrin Jehn, Fachbereichsleitung Marketing und Kommunikation bei der Caritas.
Neben einer kostenlosen warmen Mahlzeit und heißen Getränken bietet der HOTRoom vor allem eines: Zeit. Zeit zum Aufwärmen, zum Ausruhen und zum Gespräch. Gerade in der kalten Jahreszeit bleiben die Gäste länger. „Man merkt, dass die Menschen die Wärme bis zuletzt auskosten“, so Jehn. Der Andrang selbst bleibe dabei konstant. Ermöglicht wird das Angebot vor allem durch Ehrenamtliche, die Woche für Woche die Essensausgabe übernehmen.
Der HOTRoom ist jedoch nur ein Baustein eines eng geknüpften Hilfenetzes. Im Haus Jakobsbrunnen in der Kronhofstraße steht das Café Jakobsbrunnen während der Öffnungszeiten als geschützter Aufenthaltsort offen. Dort erhalten Besucher Speisen und Getränke zu erschwinglichen Preisen. „Aufgrund der niedrigen Temperaturen ist der Zulauf derzeit höher als gewöhnlich“, erklärt Susanne Saradj, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa.
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Ein ähnliches Bild zeigt sich in der ökumenischen Bahnhofsmission Fulda. Dort werden aktuell täglich zwischen 60 und 80 Menschen gezählt. Die Einrichtung ist werktags von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet, samstags bis 12 Uhr, die Essensausgabe erfolgt bis kurz vor Schließung.
Besonders wichtig ist der Caritas dabei der niedrigschwellige Zugang. „Wir unterstützen nicht nur obdachlose Menschen, sondern auch jene, die sich ihr Zuhause nicht dauerhaft warm halten können, weil sie sich die Heizkosten schlicht nicht leisten können“, betont Jehn. Eine Bedürftigkeitsprüfung gebe es bewusst nicht: „Alle, die unser Angebot benötigen, sind willkommen.“
Grundsätzlich seien die Hilfen das ganze Jahr über stabil nachgefragt, so Saradj. In den Wintermonaten steige der Bedarf jedoch spürbar. „Die Menschen halten sich länger bei uns auf und fragen häufiger nach einem zusätzlichen heißen Getränk. Zusätzliche Angebote wie der HOTRoom sind deshalb eine wichtige Ergänzung zu den ganzjährig bestehenden Hilfen“, berichtet Jehn weiter.
Gleichzeitig ist die Caritas auf Unterstützung angewiesen. „Wir sind auf Spenden angewiesen – und gerade in dieser Jahreszeit ist es besonders schön, wenn die Menschen an uns denken“, sagt Jehn. Jede Hilfe trage dazu bei, Menschen in schwierigen Lebenslagen zumindest für einige Stunden Wärme, eine Mahlzeit und ein Stück Zugehörigkeit zu schenken.
