Fußball 15.01.2026

Verbandsliga – Trotz Umbruch: Soden nimmt Hessenliga ins Visier

Bad Soden (jk) – Bei der SG Bad Soden wusste vor dem Saisonstart niemand, wo die Reise wirklich hingehen wird. Insgesamt elf Spieler, darunter sieben absolute Stammkräfte, haben den Fußball-Verbandsligisten im Sommer verlassen. Zur Überraschung aller griffen die Zahnräder aber schneller ineinander als erwartet. Nach 17 Spielen stehen die Sprudelkicker auf dem zweiten Tabellenplatz und stecken, wie in den vergangenen Jahren schon, mitten im Aufstiegsrennen zur Hessenliga.

Auf Lukas Ehlert (rechts) ist für die SG Bad Soden bislang Verlass, mit 16 Toren führt er die Torjägerliste der Verbandsliga an. Gelingt den Sprudelkickern mit seiner Hilfe der Aufstieg in Hessens Beletage? Foto: Christine Görlich

Zweimal in Folge scheiterte Bad Soden am Aufstieg in Hessens höchste Spielklasse. Rückschläge, die es erst einmal zu verarbeiten galt. Im Sommer folgte dann der Umbruch. Insgesamt elf Spieler haben den Verein bis zum Saisonstart verlassen, darunter auch sieben absolute Stammkräfte. „Da konnten man nicht erwarten, dass wir so gut in die Runde reinstarten“, sagt Sodens Trainer Lars Schmidt. Die Vereinsführung hatte im Sommer einiges zu tun – mit Erfolg. Den Verantwortlichen gelang es, die Abgänge durch herausragende Arbeit zu kompensieren, die Kaderqualität zu erhalten und eine homogene Mannschaft zusammenzustellen. „Wir harmonieren sehr gut gemeinsam. Auch die Chemie im Team ist sehr gut“, freut sich Schmidt. Der Saisonstart verlief für die Sprudelkicker überragend: Mit einem 6:0-Sieg gegen Eichenzell läutete Soden die Spielzeit ein. Im Anschluss folgten zwei weitere Siege, ehe es in Flieden die erste von erst drei Saisonniederlagen setzte. Nach acht weiteren ungeschlagenen Spielen mussten sich die Sprudelkicker beim Tabellenführer Hessen Kassel II denkbar knapp mit 2:3 geschlagen geben. In der Woche darauf folgte gegen Eiterfeld/Leimbach die dritte Saisonniederlage. „Hinten raus gab es das ein oder andere unerwartete Ergebnis. Da hätten wir, auch aufgrund des Starts, die Distanz nach vorne geringer halten können“, bedauert Schmidt, lobt sein Team aber dennoch. „Vor der Saison hätte ich nicht erwartet, dass wir den zweiten Platz so schnell erreichen“. Mit den Abgängen von Klarke Greenham und Mert Pekesen verloren die Sprudelkicker nicht nur wichtige Spieler, sondern auch eine Menge sichergeglaubte Tore – 41 an der Zahl. „Sie waren alle auf ihre Art dominant. Jetzt funktioniert es mehr in der Gemeinsamkeit“, erklärt der Coach. Die Tore und Aufgaben werden nach den Abgängen auf mehrere Schultern aufgeteilt – mit Erfolg. „Wir haben keine Egoisten, was nicht heißen, soll das die Jungs, die weg sind, egoistisch waren. Die alte Mannschaft war einfach schwerer zu Händeln als die aktuelle“, erläutert Schmidt.

So bleibt beispielsweise David Costa Sabate bislang etwas hinter den Erwartungen zurück. Davon profitieren in der aktuellen Spielzeit jedoch andere – besonders Lukas Ehlert, der mit 16 Toren die Torjägerliste der Verbandsliga anführt. Auch Mirza Kovac stabilisierte sich und spielte eine gute Halbserie, genau wie Keeper Ferdi Myumyunov, der den Abgang der bisherigen Nummer eins Marco Aulbach gut kompensiert. Im Jahresendspurt verletzte sich Till Hilchenbach, er soll zur Rückrunde aber wieder zur Mannschaft stoßen. „Er gibt uns nochmal eine Option, die uns hoffentlich einen Schub gibt, um bis zum Saisonende um den Aufstieg mitzuspielen“, hofft Schmidt. Mitte Januar geht es für die Sprudelkicker zurück auf den Platz. Dabei arbeiten die Spieler bereits einige Wochen in Eigenregie an ihrer Fitness und der Grundlagenausdauer. „Wenn wir loslegen, machen wir alles mit dem Ball“, blickt der Coach voraus. In der abgelaufenen Hinrunde lief Soden überwiegend in einer Dreierkette auf. „Wenn alle fit sind, könnte es aber vielleicht auch eine Viererkette werden. Da werde ich mir aber nochmal Gedanken machen“, bringt Schmidt eine Systemänderung ins Spiel. Neuzugänge sind im Winter derweil keine geplant, auch wenn es das ein oder andere Gespräch gab. „Wir haben uns bemüht, das scheint aber nicht final realisierbar zu sein.“