Im vergangenen Fußballjahr mussten die Anhänger des SV Steinbach stark sein. 2019 stieg der Verein ein letztes Mal in die Hessenliga auf und etablierte sich in den darauffolgenden Jahren als fester Bestandteil in Hessens Beletage. Im vergangenen Jahr musste sich der SVS jedoch aus Hessens höchster Spielklasse verabschieden und den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten – und auch dort hatte es der SVS als Aufstiegskandidat zu Beginn der aktuellen Spielzeit nicht leicht: Die ersten beiden Spiele gegen Johannesberg (1:0) und Flieden (2:0) konnten noch gewonnen werden, danach schwächelte das Team von Trainer Petr Paliatka allerdings etwas. „Wir haben uns anfangs etwas schwer getan und unnötig Punkte liegen gelassen“, sagt Paliatka. Das größte Manko im Mühlengrund war die Chancenverwertung. „Wir haben uns viele Torchancen erarbeitet und kreiert, uns aber nicht belohnt“, hadert der Coach.
So ließ Steinbach Punkte gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion liegen, beispielsweise gegen Eiterfeld/Leimbach (0:1) und Eichenzell (2:2). „Da haben wir Punkte liegen gelassen, die uns am Ende fehlen könnten“, so Paliatka. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, arbeitete der gesamte Verein an der Kehrtwende – mit Erfolg. „Als die Jungs nach dem Start gemerkt hatten, dass es nicht lief, haben sie sich gegenseitig aufgebaut“, lobt der Coach die Arbeitsmoral seines Teams. Nach dem Aus im Hessenpokal legte Steinbach eine Ungeschlagen-Serie von neun Spielen hin und erspielte sich in diesem Zeitraum 25 von möglichen 27 Punkten. Lediglich beim torlosen Unentschieden bei Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach ließ Paliatkas Team Punkte liegen. „Diese Serie haben wir gebraucht, um da zu stehen, wo wir hingehören“, sagt der Coach.
Die Wintervorbereitung ist am Mühlengrund immer eine herausfordernde Zeit. Aufgrund der Witterungsbedingungen waren Spieler und Trainer mehr als einmal gezwungen, spontan umzuplanen und die Fußball- gegen die Laufschuhe zu tauschen. „Ich kann planen, wie ich will. Wenn das Wetter nicht passt, dann werden wir viel laufen“, erklärt Paliatka. In den ersten Wochen legt der Trainer großen Wert auf Fitness- und Krafttraining, ehe spielerische Elemente und einige Testspiele anstehen. Dabei hofft der Coach vor allem, verletzungsfrei durch die Winterphase zu kommen. „Der breite Kader hat uns sehr geholfen“. Das Ziel am Mühlengrund sei klar: „Wir wollen angreifen und weiter oben dranbleiben“, gibt Paliatka die Marschroute vor. Startet Steinbach eine weitere Siegesserie, könnte der SVS nochmal entscheidend in das Aufstiegsrennen zwischen Hessen Kassel II und Bad Soden eingreifen. „Wenn wir unsere Serie fortsetzen, Spiele gewinnen und uns keinen Ausrutscher erlauben, werden wir sehen, wozu es reicht“.
