Polizeipräsident Michael Tegethoff begrüßte neben Mitarbeitenden des Präsidiums auch Gäste aus der Jüdischen Gemeinde Fuldas, Vertreterinnen und Vertreter der Schulamtsleitungen, die DEXT- Fachstellen sowie weitere zahlreiche regionale Netzwerkpartner und betonte in seiner Eröffnungsrede die besondere Bedeutung der Ausstellung im Polizeipräsidium. Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stellten eine ernsthafte Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Die Polizei trage eine besondere Verantwortung, diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten, Betroffene zu schützen und Vertrauen in den Rechtsstaat zu stärken.
Dr. Susanne Urban, Projektleiterin von RIAS Hessen, hob in ihrem Grußwort die Relevanz antisemitischer Vorfälle im Alltag hervor - unabhängig davon, ob diese strafrechtlich relevant sind oder nicht. Sie gab einen Einblick in die Perspektive Betroffener und stellte dar, wie RIAS Hessen diesbezüglich konkret unterstützt. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion vor rund 100 Gästen standen Erscheinungsformen und Folgen von Antisemitismus, notwendige präventive und repressive Maßnahmen, gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten sowie Entwicklungen an Schulen, Hochschulen und Universitäten im Fokus. Daran beteiligten sich Daniel Neumann (Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden Hessen), Jutta Hamberger (Vorstand Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Fulda), Dr. Anna Sunik (Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit) und Urban, die allesamt mit authentischen und sehr persönlichen Schilderungen das Publikum bis zum Schluss fesselten. Einigkeit bestand darin, dass Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen konsequent benannt, dokumentiert und bekämpft werden müsse. Der Austausch verdeutlichte zudem die Bedeutung von Vernetzung, Fortbildung und Sensibilisierung – auch innerhalb der Polizei.
Viele Teilnehmende nutzten danach die Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam zu besichtigen. Sie dokumentiert anhand von grafisch aufgearbeiteten Fallbeispielen die Lebensrealität Betroffener und macht antisemitische Vorfälle sichtbar. Ergänzend werden begleitete Ausstellungsbesuche für interessierte Schulklassen im Zuständigkeitsbereich der Staatlichen Schulämter Fulda, Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Gießen (Landkreis Vogelsberg) sowie für interessierte Behörden angeboten. Zum Abschluss der Veranstaltung hob Polizeipräsident Tegethoff die gute Zusammenarbeit mit den Netzwerk- und Kooperationspartnern nochmals hervor und dankte den Podiumsteilnehmenden für die offene und sachliche Diskussion sowie den Gästen für das Interesse. Informationen zu RIAS Hessen gibt es unter www.rias-hessen.de.
