Lokales FD 29.01.2026

Teddyklinik soll Ängste nehmen – Kinder untersuchen Kuscheltiere

Fulda – Von Justin Klenner – Blutabnahme, eine Operation und impfen: In der Kinder-Akademie Fulda können Besucher im Alter zwischen drei und sechs Jahren bereits zum zweiten Mal in der „Teddyklinik“ ihre Kuscheltiere behandeln. Am Mittwoch startete die Aktion, bei der Medizinstudierende ehrenamtlich im Einsatz sind mit dem Ziel, Kindern spielerisch die Angst vor Arztbesuchen zu nehmen.

Foto: Justin Klenner.

An verschiedenen kindgerecht gestalteten Stationen dürfen die Kinder ihre eigenen Kuscheltiere untersuchen und behandeln. Dabei werden die Kleinen von echten Ärztinnen und Medizinstudierenden unterstützt. Zum Start dachten sich die Kinder, entweder allein oder mit der Ärztin, eine kurze Geschichte zur Verletzung des liebsten Kuscheltiers aus. Nach einem kurzen Gespräch, in der verschiedene Daten des Teddys abgefragt und notiert wurden, durchliefen die Kinder in Begleitung der Ärztin die verschiedenen Stationen. Dort konnten die Kuscheltiere beispielsweise in ein „MRT“ geschoben, mit „Ultraschall“ untersucht, „geröntgt“ oder bandagiert werden. Besonders interessant war eine Operation an einem großen Teddybären. Bei diesem hatte die „Ultraschalluntersuchung“ ergeben, dass er Gummibärchen im Bauch hat, die nun entfernt werden sollten.

„Wir wollen den Kindern die Ängste nehmen. Ein MRT haben zum Beispiel die wenigsten vorher mal gesehen“, sagte Charlotte Ludwig aus dem Orga-Team. Bis Freitag haben Kindergärten und Privatperson die Möglichkeit, die „Teddyklinik“ zu besuchen. Bisher haben sich bereits 19 Kitas mit etwa 360 Kindern angemeldet. „Es gibt keinen besseren Ort als die Kinder-Akademie, um eine spielerische Atmosphäre und einen angstfreien Raum zu schaffen“, freute sich Silvia Brünnel, Geschäftsführerin der Kinder-Akademie Fulda. Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld freute sich über die bereits zweite „Teddyklinik“ in der Barockstadt. In seinen kurzen Grußworten hob er die Bereitschaft und das Engagement der Medizinstudenten hervor. „Trotz Prüfungsstress engagieren sich so viele Leute über den Verein. Einfach nur um Ängste abzubauen, aufzuklären und eine gute Atmosphäre zu schaffen“, lobte er und fügte an: „Die Teddyklinik ist für jedermann. Egal ob Elefant oder Pinguin“.

Die Resonanz sei schon im vergangenen Jahr überwältigend gewesen. Das Orga-Team rund um Ludwig, Felix Rätker und Hannah Posledni-Gröne, freute sich über das durchweg positives Feedback. „Viele kommen auch öfters. Letztes Jahr hatten wir 500 Besucher, da kam einer sogar dreimal“, freuten sie sich. Ebenfalls vor Ort war Prof. Dr. med. Reinald Repp (Direktor der Kinder- und Jugendklinik Klinikum Fulda), Ottmar Herrmann (Kassenwart Jollydent Förderverein Zahnärzte und Patienten helfen Kinder) und Dr. Wolfram Geiger (Vorsitzender Jollydent Förderverein Zahnärzte und Patienten helfen Kinder).

Vormittags ist die „Teddyklinik“ den Kita-Gruppen vorbehalten. Von 14 bis 16.30 Uhr finden offene Sprechstunden für alle Kinder statt. Organisiert wird das Projekt ehrenamtlich durch Medizinstudierende der Universität Marburg, die am Campus Fulda ihr klinisches Studium absolvieren.

Teddyklinik in der Kinder-Akademie. Fotos: Justin Klenner.