Lokales FD 12.01.2026

„Schule statt Fabrik“ – Ausstellung macht Kinderarbeit sichtbar

Fulda (sim/pm) – Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Arbeitende Kinder in Bangladesch“ ist von Montag bis Mittwoch, 21. Januar, eine Fotoausstellung in der Stadtpfarrkirche St. Blasius in Fulda zu sehen. Elf großformatige Displays mit Bildern des Fotografen K M Asad zeigen die Lebenssituationen ehemaliger Kinderarbeiter wie Tazim und Nour aus Bangladesch. Ein begleitender Audioguide lässt die beiden Zwölfjährigen selbst zu Wort kommen. Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Foto: Silas Messing.

Zur Eröffnung begrüßten Paul?Kowalski (Citypastoral Fulda) und Philipp?Schinkel (Referent des BDKJ?Fulda) die Gäste. „In der dunkelsten Stunde kann das Licht der Gemeinschaft besonders hell leuchten“, zitierte Paul?Kowalski beim Verweis auf die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten und betonte die Bedeutung des gemeinschaftlichen Engagements von Staat, Kirchen und Vereinen für Kinder. Die Ausstellung „Schule statt Fabrik“ wolle das Thema Kinderarbeit und Bildungschancen in den Blick rücken.

 

Philipp Schinkel erläuterte die Sternsinger-Aktion: „Die Sternsinger-Aktion ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit.“ Im Bistum Fulda hatten sich in der letzten Aktion über 108 Gruppen und Gemeinden beteiligt und fast eine halbe Million Euro gesammelt. Schinkel hob hervor, dass die Sternsinger-Aktion ein fester Bestandteil kirchlichen und verbandlichen Engagements sei.

Petra Schürmann vom Kindermissionswerk betonte die Bedeutung der Projektarbeit: „Wir schauen immer, wo wir konkret helfen können. Wenn ein Projekt irgendwann keine Unterstützung mehr benötigt, passen wir unsere Arbeit entsprechend an.“ Die diesjährige Projektarbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der ARKTF Foundation, um die lokale Gemeinschaft zu stärken und nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Schürmann lud die Gäste zudem ein, bei individuellen Fragen persönlich auf sie zuzukommen.

Michael Brand, Staatssekretär, dankte den Sternsingern ausdrücklich: „Es gibt aktuell so viele Weltuntergangs-Prediger. Die Sternsinger sind genau das Gegenteil. Sie sind Pilger der Hoffnung und Pilger der guten Tat.“ Er hob die Bedeutung des Mottos „Willst du mit uns die Welt verändern?“ hervor und erinnerte daran, dass Kinderrechte weltweit gelten und Bildung ein entscheidender Schlüssel für Perspektiven und Selbstbestimmung sei.

Die Ausstellung und die begleitende Sternsinger-Aktion machen deutlich, dass Kinderarbeit nach wie vor ein globales Problem ist. Weltweit arbeiten 138 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren, 54 Millionen davon unter besonders schädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch nach Deutschland. Die Sternsinger setzen ein Zeichen gegen diese Missstände und für die Rechte von Kindern: Schutz, Bildung und gerechte Chancen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Filmbeitrag und anschließendem Austausch bei Essen und Trinken, bei dem Gäste die Möglichkeit hatten, ihre Eindrücke zu teilen und über das Engagement der Sternsinger zu sprechen.

„Schule statt Fabrik“ – Ausstellung in der Stadtpfarrkirche. Fotos: Silas Messing.