Lokales FD 29.01.2026

Provisorische DRK-Wache in Flieden: Mehrwert für den Südkreis

Flieden (pf) – Die Notfallversorgung im südlichen Landkreis Fulda wird weiter ausgebaut: Am Donnerstag trafen sich die Vertreter im Schneetreiben zur Eröffnung der neuen Rettungswache am Standort in Flieden – wobei erstmal nur das Provisorium eröffnet ist. Im Verlauf der nächsten zwei Jahre wird die finale Wache dann gebaut und in Betrieb genommen, für diese gibt es auch schon ganz konkrete Pläne und Vorstellungen, aber noch keine vertragliche Einigung über den Standort.

Schnee zur Eröffnung der provisorischen Rettungswache in Flieden – der erste Schritt. Bald soll es aber eine Einigung über den Standort im Königreich geben, dann kann der Bau der finalen Wache beginnen. Foto: Christine Görlich

Die Struktur der Rettungswachen im Kreis Fulda wurde angepasst – nun sprießen die neuen Standorte nach und nach aus dem Boden. Mit den Maltesern wurde vergangene Woche in Großenlüder und Hosenfeld Eröffnung gefeiert. Nun hat das DRK in Flieden Grund zur Freude: „Die erste Stufe wird gezündet“, sagte Bürgermeister Christopher Gärtner. Seit 1. Januar ist das „Provisorium“ in Betrieb, wie Fuldas DRK-Vorstandsvorsitzender Christoph Schwab ergänzte. Denn es ist nicht der finale Standort der neuen Rettungswache im Königreich. Ein Zwei-Stufen-Plan werde abgearbeitet – die künftige Wache sei aber kein „Luftschloss“, sondern es gibt bereits konkrete Baupläne, die die Verantwortlichen am Donnerstag präsentierten, allerdings noch keine Einigung über den Standort. Doch Gärtner machte Hoffnung: „Wir haben ein Grundstück ins Auge gefasst, sind aber nur zur Hälfte Eigentümer des Geländes. Aber wir sind in positiven Gesprächen mit dem anderen Teileigentümer“. Der Standort könne natürlich noch nicht exakt verraten werden, weise aber eine gute Verkehrsanbindung vor, so der Bürgermeister. Bald soll die Tinte auch trocken sein.

Der provisorische Standort (im zweiten Stock einer Immobilie in der Straße im Weiher) ist bereits voll in Betrieb – zur offiziellen Eröffnung waren keine Rettungskräfte vor Ort, da parallel ein Einsatz lief. Das DRK brachte kurzerhand einen RTW aus Fulda mit. Es zeigte die Notwendigkeit: „Wir sind froh, dass wir dieses Provisorium zeitnah umsetzen konnten“, betonte Schwab, während Gärtner dazu sagte: „Das war keine Selbstverständlichkeit. Vielen Dank auch an den Vermieter“.

Wie der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt berichtete, plane der Landkreis künftig mit etwa 400 Einsätzen am Standort Flieden pro Jahr – eine „konservative“ Zahl, „denn es können auch mehr werden“. Gerüstet ist das DRK jedenfalls, freute sich Schwab: „Der Beruf des Sanitäters ist attraktiv. Jedes Jahr haben wir über 100 Bewerber, die Lage ist sehr gut. Wir können die Besten heraussuchen und freuen uns, dass es möglich ist, dieses Personal hier im Kreis zu generieren“. Das Personal sei der Dreh- und Angelpunkt des Rettungswesens. Und der Kreisverbands-Vorsitzende zeigte sich stolz: „In den letzten Jahren ist hier planmäßig keine Schicht ausgefallen, das ist eine große Leistung“.

Dass das Personal gesichert ist, bestätigte auch Heinz Peter Salentin, Geschäftsbereichsleiter Rettungsdienst: 13 Azubis werden in Flieden ausgebildet, das DRK sei am provisorischen Standort „sehr nett aufgenommen“ worden. Nur kleine Umbauarbeiten waren nötig, damit die Versorgung gesichert ist, während der Neubau bald an anderer Stelle in der Gemeinde entsteht. Salentin hoffte jedoch, dass sich die Krankheitswelle etwas legt, damit die Mitarbeiter auch ihre Überstunden abbauen können.

Für den Südkreis ist der neue Standort in Flieden von enormer Bedeutung, sagten Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt und Frank Reith, Fachdienstleiter Gefahrenabwehr beim Landkreis Fulda, im Einklang: Zusätzlich zu Neuhof und Eichenzell können nun auch die Einsätze im Königreich schnell abgewickelt werden. Auch das zusätzliche Fahrzeug ist eminent wichtig, wie Bürgermeister Gärtner anfügte: „Bus letztes Jahr kam bei einem Notruf aus Flieden das nächste Fahrzeug aus Neuhof, und wenn das im Einsatz war, dann aus Lütter. Jetzt ist Flieden die erste Wahl. Das ist ein großer Mehrwert. Einsatzfähigkeit und Rettungsleistung sind im Südkreis quasi verdoppelt worden. Denn im Notfall zählt jede Sekunde“.

Schritt eins zur neuen Rettungswache in Flieden. Fotos: Chrsitine Görlich