Zu Beginn lobte Born Fulda als „besonderen Ort für die CDU“, in dem fast alle wichtigen Mandatsträger vertreten seien, und erinnerte an Alfred Dregger: In der nach ihm benannten hessischen Parteizentrale werde er täglich an ihn erinnert. Rückblickend auf die letzte Wahl erklärte Born, dass Uneinigkeit bei der Kandidatenaufstellung und der sogenannte „Maskenskandal“ die Partei gebremst hätten. Ziel sei nun eine Verbesserung des Ergebnisses, nachdem die CDU damals über 46 Prozent in Stadt und Landkreis erreicht hatte.
Gleichzeitig warb Born für die Veranstaltung „Boris Rhein live“ am Freitag um 18 Uhr im Hotel Esperanto, die er als „Highlight“ bezeichnete, und lud die Gäste ein, mit dem Ministerpräsidenten ins Gespräch zu kommen. Zur Landespolitik zeigte er sich zufrieden: „Wir haben in Wiesbaden nach zwei Jahren alles umgesetzt, was wir im Wahlkampf versprochen hatten.“ Ob Meistergeld zur Weiterbildung, Hessengeld für Bauwillige oder das Genderverbot – die Koalition mit der SPD funktioniere in Hessen „geräuschlos und effektiv“.
Born bezeichnete die CDU als „Sammlungsbewegung von unten“, die in Wiesbaden und Berlin nur erfolgreich sei, weil sie auch vor Ort stark sei. Seit 80 Jahren bestehe die Partei in Hessen – länger als das Bundesland selbst. „Andere Parteien sind zentral aufgestellt. In der CDU ist der wichtigste Verband der vor Ort“, so Bron. Zur politischen Konkurrenz meinte er, die SPD sei auf dem absteigenden Ast, die Grünen hätten keine Erfahrung im ländlichen Raum, und der AfD fehle jede Verankerung in der Bevölkerung. Sie habe nicht mehr Mitglieder als die CDU hessenweit Mandatsträger.
Für einen erfolgreichen Wahlkampf komme es auf die drei K an: eine Kampagne, die zeige, „was uns am Herzen liegt“, einen klaren Kompass mit Zielen und Kandidaten, die dafür überzeugend einstehen. „Wenn ich hier schaue, haben wir ein starkes Kandidatenteam. Unsere Kandidaten stehen früh auf, arbeiten, kümmern sich um Familie, engagieren sich ehrenamtlich und betreiben dennoch Kommunalpolitik.“
Die Gäste begrüßte Stadtverbandsvorsitzender Dag Wehner, der das Jahr 2026 als besonders wichtig für die Stadt und die CDU bezeichnete. Neben Born waren Staatssekretär Michael Brand, OB Heiko Wingenfeld, Landrat Bernd Woide sowie viele aktuelle und ehemalige Mandatsträger anwesend. „Bei den Wahlen geht es darum, eine starke Wirtschaft und sichere Finanzen zu sichern“, sagte Wehner. „Es geht um Stadtentwicklung, die Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt – eine starke Mitte, die verbindet, statt spaltet.“
Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann zog Bilanz der vergangenen Legislaturperiode und lud zu einer Talkrunde mit neuen und erfahrenen Kommunalpolitikern ein. Margarete Hartmann berichtete von der verbindenden Tätigkeit der Stadtverordnetenvorsitzenden, die in Zeiten extremer Parteimeinungen nicht leichter geworden sei. Hans-Dieter Alt sprach über die Krise der Finanzen in Städten und Gemeinden. Trotz allem sei Kommunalpolitik lohnenswert: „Sie gibt die Möglichkeit, eigenständig etwas zu bewegen.“
Sebastian Böhning kandidiert erstmals und sagte: „Wir haben es wirklich gut in Fulda. Wenn ich dazu beitragen kann, wäre das eine Freude.“ Christina Algeier, vor elf Jahren beruflich nach Fulda gekommen und seit 2023 in der CDU, ergänzte: „Mir fehlt es in Fulda an nichts. Von der CDU wurde ich offen aufgenommen, und ich möchte der Stadt etwas zurückgeben.“
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde es karnevalistisch: Prinzessin Isabel von Brief und Siegel, die LXXXIII. von Fulda, marschierte mit ihrer Prinzenmannschaft ein.ein.
