Lokales MKK 23.01.2026

Millionenschaden bei Brand – Verdacht auf fahrlässige Brandstiftung

Bellings (pm/pf) – Ein Feuer in einem Kfz-Betrieb hat im Steinauer Stadtteil Bellings eine Lagerhalle komplett zerstört und einen immensen Sachschaden angerichtet. Der Brand, der am Mittwochabend augenscheinlich im hinteren Teil des im Siedlungsweg befindlichen Gebäudes ausgebrochen war, wurde gegen 17.55 Uhr durch die Besitzer festgestellt. Der Polizei liegen erste Anhaltspunkte vor, dass Ursache für das Feuer möglichweise fahrlässige Brandstiftung gewesen sein könnte (update).

Symbolfoto: Görlich Media

Fotos: Feuerwehr der Stadt Steinau

Update: Die Brandursachenexperten der Kriminalpolizei am Donnerstag den Brandort in Augenschein genommen. Den vor Ort gewonnenen Erkenntnissen sowie weiteren Ermittlungen zufolge scheint eine rein technische Ursache derzeit nicht in Frage zu kommen. Vielmehr liegen den Beamten erste Anhaltspunkte vor, die den Schluss auf eine mögliche fahrlässige Verursachung nahelegen. Der Anfangsverdacht wird derzeit durch die Kriminalpolizei geprüft, die Ermittlungen hierzu dauern weiterhin an.

Ursprungsmeldung: Die Besitzer wählten den Notruf und unternahmen erste Löschversuche. Bei Eintreffen der ersten alarmierten Helfer schlugen bereits deutlich sichtbar Flammen aus der etwa 30 auf 20 Meter großen Halle. In der Folge bildete sich eine große Rauchsäule, die in den Nachthimmel aufstieg. Neben der umgehend eingeleiteten Brandbekämpfung war eine vorsorgliche Aufforderung an Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten, eine der ersten Maßnahmen. Das betraf auch ein angrenzendes Pflegeheim. Dessen Bewohnerinnen und Bewohner konnten jedoch in ihren Zimmern verbleiben.

Die Brandlöschung gestaltete sich aufgrund der Witterungsverhältnisse (u. a. gefrierendes Löschwasser) sowie brennbarer Stoffe und Flüssigkeiten, die in der Halle gelagert waren, als schwierig. Offenbar war es nicht möglich, die Feuersbrunst nur mittels Wasser abzulöschen, weswegen Spezialfahrzeuge für Löschschaum aus Hanau und Maintal angefordert wurden. Nach deren Eintreffen wurde das Dach der Halle von oben her geöffnet und das gesamte Gebäude, das nun einsturzgefährdet ist, mittels Schaum geflutet.

Im Verlaufe der Nacht waren teilweise über 100 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehren aus Steinau, Schlüchtern, Wächtersbach und Flieden, vor Ort im Einsatz. Sie konnten ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindern und letztlich gegen 0.30 Uhr „Feuer aus“ vermelden. Eine eingerichtete Brandwache wird nach derzeitigem Stand noch bis in den Morgen hinein aufrechterhalten, sodass die Feuerwehr weiterhin ein mögliches Aufflammen vor Ort überwacht.

In umliegenden Häusern fiel vorübergehend zudem der Strom aus, sodass auch der zuständige Energieversorger hinzugezogen wurde und die Stromversorgung weitestgehend wieder herstellen konnte. Derzeit sind wohl noch drei angrenzende Häuser vom Stromausfall betroffen. Die Arbeiten hierzu dauern noch an und sollen durch eine bestellte Tiefbaufirma unterstützt werden. Verletzt wurde nach bisherigem Stand glücklicherweise niemand. Während des Einsatzes waren sicherheitshalber auch Kräfte des Rettungsdienstes am Einsatzort.

In der Halle, die als Werkstatt genutzt wird, befanden sich neben Spezialwerkzeug auch mehrere Fahrzeuge, darunter hochwertige Autos, die ebenfalls Opfer der Flammen wurden. Der entstandene Sachschaden wird nach vorläufiger Bewertung auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Brandursache, zu der es derzeit noch keinerlei Erkenntnisse gibt, soll nun durch die Kriminalpolizei ergründet werden. Eine Inaugenscheinnahme wird frühestens am heutigen Donnerstag möglich sein. Die Ermittlungen hierzu dauern insofern an.