Lokales FD 14.01.2026

Mario Klotzsche (FDP) kritisiert: Region Fulda bei LOEWE abgehängt

Fulda (pm/jah) – Der FDP-Kreisvorsitzende Mario Klotzsche kritisiert die massive Schieflage bei der Verteilung der hessischen Forschungsförderung im LOEWE-Programm. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Seit 2008 flossen rund 401,9 Millionen Euro nach Frankfurt am Main, 210,0 Millionen Euro nach Darmstadt, 155,7 Millionen Euro nach Gießen und 145,5 Millionen Euro nach Marburg. Die Region Fulda dagegen erhielt im selben Zeitraum lediglich 0,6 Millionen Euro und das nicht einmal als federführender Standort, sondern nur als Projektpartner.

FDP-Kreisvorsitzender Mario Klotzsche. Foto: privat

Insgesamt wurden landesweit seit 2008 rund 988 Millionen Euro über LOEWE vergeben. Auf Fulda entfallen davon weniger als ein Prozent. „Damit liegt unsere Region faktisch außerhalb der hessischen Forschungsförderung“, so Klotzsche. „Wer sich die Zahlen anschaut, erkennt sofort: Die Landesmittel konzentrieren sich immer wieder auf dieselben Städte. Osthessen bleibt außen vor.“

„Das Verhältnis ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten“, sagt Mario Klotzsche, Kreisvorsitzender der FDP Fulda. „Während Frankfurt allein mehr als 400 Millionen Euro an LOEWE-Mitteln bekommt, liegt Fulda bei gerade einmal 0,6 Millionen Euro. Das ist kein kleiner Unterschied, das ist eine strukturelle Benachteiligung, die sich letztlich auf die Innovationskraft und Gründungsaktivitäten niederschlägt. Es kommt leider nicht von ungefähr, dass die Region Fulda bei Patentanmeldungen und Startup-Gründungen im unteren Tabellenfeld rangiert bzw. die rote Laterne trägt. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, in der Produktionsstätten auch in der Region Fulda geschlossen werden und die Industrie abwandert, ist es wichtig, mit neuen Technologien und innovativen Produkten zu punkten", so Klotzsche. 

Nach Einschätzung der FDP Fulda liegt das nicht an fehlender Leistungsfähigkeit vor Ort, sondern an der Förderlogik selbst. LOEWE setzt vor allem auf große Universitäten und außeruniversitäre Forschungsinstitute. Regionen ohne diese Strukturen – wie Fulda – haben von vornherein deutlich schlechtere Chancen. „Ohne Universität und ohne größere Forschungsinstitute kann man im aktuellen System kaum gewinnen. Das ist politisch so gewollt oder wird zumindest seit Jahren hingenommen.“

Wir fordern daher, dass es auch eine gezielte Strukturförderung für wissenschaftlich schwächere Regionen gibt. Außerdem brauchen wir ein wirtschaftsnahes Forschungs- und Transferzentrum in Osthessen, idealerweise in Kombination mit einem Gründerzentrum. Es geht um bessere Startbedingungen, die in anderen hessischen Regionen bereits vorhanden sind. Die LOEWE-Förderrichtlinien sollten so weiterentwickelt werden, dass damit nicht nur bestehende Zentren weiter gestärkt werden, sondern auch neue Standorte echte Chancen bekommen.

„Wenn es die Landesregierung mit gleichwertigen Lebensverhältnissen ernst meint, dann muss das auch für Wissenschaft und Innovation gelten“, so Klotzsche abschließend. „Sonst bleibt Fulda dauerhaft Zuschauer, während andere Städte ihre Vorsprünge Jahr für Jahr weiter ausbauen.“