„Der Himmel ist blau, die Sonne lacht. Hofbieber wird mit einer Drehleiter bedacht.“ Mit diesen Worten brachte Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder die besondere Bedeutung des Tages augenzwinkernd auf den Punkt. Denn die neue Drehleiter ist nicht nur ein Gewinn für die Gemeinde, sondern für die gesamte Region. Die offizielle Indienststellung erfolgte durch Landrat Bernd Woide gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Adrian Vogler, Bürgermeister Markus Röder sowie Hofbiebers Gemeindebrandinspektor Heiko Kremer. Zahlreiche Vertreter aus Feuerwehr, Politik und Verwaltung waren bei der Veranstaltung am Feuerwehrhaus in Hofbieber anwesend.
Strategische Entscheidung für mehr Sicherheit
Die Drehleiter DLK 23/12 ist künftig für rund 30.000 Einwohner im Ausrückebereich zuständig. Dazu zählen insbesondere die Kommunen Dipperz, Ehrenberg, Gersfeld, Hilders, Hofbieber, Poppenhausen, Tann sowie Einsätze im Bereich der Wasserkuppe – dem höchsten Punkt Hessens. Durch die zentrale Lage Hofbiebers kann die Drehleiter schnell auch umliegende Kommunen erreichen. Landrat Bernd Woide betonte, dass es sich bei Drehleitern um einen Sonderfall handle: „Feuerwehr ist grundsätzlich eine gemeindliche Aufgabe. Drehleitern hingegen werden im Landkreis Fulda im Rahmen der überörtlichen Hilfe vorgehalten. Mit dem Standort Hofbieber stärken wir gezielt den Brandschutz und die technische Hilfeleistung in der gesamten Rhön.“
Moderne Technik – wirtschaftlich beschafft
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um eine vollautomatische Drehleiter mit Korb und Gelenkteil, einer Korblast von 300 Kilogramm, 299 PS und einer Besatzung von drei Einsatzkräften. Die Drehleiter wurde erstmals im August 2013 vom Land Hessen zugelassen und war bislang ausschließlich an der Landesfeuerwehrschule zu Ausbildungszwecken im Einsatz. Nach einer umfassenden Generalüberholung und Modernisierung entspricht sie dem aktuellen Stand der Technik. Mit Kosten von 477.000 Euro liegt die Anschaffung deutlich unter dem Preis eines Neufahrzeugs, der heute bei rund 1,2 bis 1,3 Millionen Euro liegen würde. Kreisbrandinspektor Adrian Vogler hob hervor, dass gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge nach professioneller Aufarbeitung technisch neuwertig seien und einen wirtschaftlich sinnvollen Beitrag zur Sicherheit leisten.
Ausbildung und Engagement im Ehrenamt
Seit Oktober 2024 wurden 15 Feuerwehrkameraden intensiv an der neuen Drehleiter ausgebildet. Insgesamt flossen über 400 Ausbildungsstunden in die Schulung der künftigen Maschinisten, um eine jederzeit ausreichende Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Gemeindebrandinspektor Heiko Kremer dankte den Einsatzkräften ausdrücklich für ihr außergewöhnliches Engagement: „Die zusätzliche Ausbildung neben dem regulären Feuerwehrdienst ist keine Selbstverständlichkeit. Dieses Vertrauen möchten wir mit Leistung und Zuverlässigkeit zurückgeben.“
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Die neue Drehleiter kommt bei einer Vielzahl von Einsätzen zum Einsatz, darunter beim Löschangriff, der Rettung aus Höhen und Tiefen, zur Belüftung von Gebäuden, als Tragehilfe für den Rettungsdienst, zum Ausleuchten von Einsatzstellen sowie zum Heben von Lasten. Mit der Stationierung in Hofbieber übernimmt die Freiwillige Feuerwehr eine besondere Verantwortung für den gesamten Landkreis. Bürgermeister Markus Röder brachte es abschließend auf den Punkt: „Die Drehleiter steht zwar in Hofbieber – sie ist aber für die gesamte Region da.“
Die Verantwortlichen sind sich einig: Mit der neuen Drehleiter wird die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren im Landkreis Fulda weiter gestärkt und die Sicherheit der Bürger nachhaltig erhöht.
