Vier Stammspieler verlor die SGN zum Saisonstart. Eine echte Mammutaufgabe für Kallee, der seit vergangenem Sommer auf dem Trainerstuhl sitzt. „Wir wussten, dass es brutal schwer werden wird mit den Abgängen. Dass wir so wenig Punkte haben, war aber nicht eingeplant“, zeigt sich der Coach natürlich nicht zufrieden. Mit acht Zählern aus 16 Spielen bildet Neuenstein gemeinsam mit Hönebach (drei Punkte) das Tabellenende. Hinzu kommt die mit 56 Gegentreffern schlechteste Defensive der Liga.
„Wir sind schon enttäuscht“, gibt Kallee zu. Nachdem einige Leistungsträger den Verein im Sommer verlassen hatten, orientierte sich die SGN neu. Der Verein setze bewusst auf junge und talentierte Spieler aus der Region, die zum Teil noch nie Gruppenligaluft geschnuppert haben. „Man merkt den Jugendspielern, als auch den Jungs aus den unteren Klassen an, dass in Sachen Handlungsschnelligkeit noch Luft nach oben ist“, erklärt der erfahrene Coach, attestiert seinen Spielern aber den nötigen Willen. „Die Jungs sind absolut bemüht und wollen – da kann ich ihnen gar nichts vorwerfen“.
In der Wintervorbereitung möchte Kallee den Fokus mehr auf Tempofußball legen. „Wir müssen da was aufarbeiten und uns an das Tempo in der Gruppenliga gewöhnen“, erläutert er. Zu Beginn der Winterpause trafen sich die Spieler einmal in der Woche im Kraftraum, um individuell für sich zu trainieren. „Wir sind jetzt in einer Phase, wo jeder anders arbeitet“, gibt der Coach seinen Spielern keine Vorgaben. Gut zwei Wochen vor dem offiziellen Vorbereitungsstart startet Neuenstein dann mit Body-Fitness, um die Grundlagen für die darauffolgenden Wochen zu legen. Ein Schwerpunkt in der Wintervorbereitung sei dann der Ballbesitz, „um die Verteidigung zu entlasten“, so der Trainer.
Die Gegner würden die SGN in den Spielen vermehrt unter Druck setzen, auch daran möchte Kallee arbeiten. Ebenfalls sind Standardsituationen ein Thema. „Wir müssen die individuellen Fehler vermeiden“, erklärt der Coach, der seinen Spielern den Druck von den Schultern nimmt. „Wir sind ehrlich untereinander – das müssen wir auch: Die Chance, die Klasse zu halten, liegt bei vielleicht einem Prozent“. Daher steckt sich die SGN kleine Ziele, die sie als Mannschaft in der Restrunde erreichen will. „Wir backen kleine Brötchen, wollen von Spiel zu Spiel etwas mitnehmen und uns individuell verbessern“, gibt Kallee die Marschroute vor. „Solange noch Chancen da sind, versuchen wir alles – aufgeben werden wir nicht“.
