In allen Räumen präsentierten Lehrkräfte ihre Fächer und gaben Einblicke in Unterrichtsinhalte und besondere Projekte. Eine Besonderheit stach dabei besonders hervor: Die Führungen durch das Schulgebäude wurden von Schülern selbst übernommen. Rund 150 Jugendliche hatten sich freiwillig gemeldet, waren im Vorfeld vorbereitet und gecoacht worden und führten die Gäste nun aus ihrer eigenen Perspektive durch die Schule. „So können die Besucher ganz direkt fragen, wie Schule hier wirklich erlebt wird – nicht nur aus Lehrersicht, sondern aus Schülersicht“, erklärte Schulleiter Steffen Flicker.
Der Aufwand lohne sich, betonte Flicker. Zwar gebe es viele Bewerbungen, doch gerade deshalb sei es wichtig, den Familien echte Einblicke zu ermöglichen. „Es geht nicht nur darum, Räume anzuschauen. Entscheidend ist, das Leben in der Schule zu spüren – den Unterricht, die Arbeitsgemeinschaften, die Menschen.“
Was das Marianum auszeichne, sei vor allem seine Haltung. „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, so Flicker. Die Schule verstehe sich als christliche Einrichtung, in der jeder Schüler mit seiner Würde, seinen Stärken und auch seinen Entwicklungsmöglichkeiten wahrgenommen werde. Neben der Wissensvermittlung spiele soziales Lernen eine zentrale Rolle: Solidarität, Respekt, Offenheit und gegenseitige Unterstützung seien feste Bestandteile des Schulalltags. Dieses Selbstverständnis sei für das gesamte Kollegium verbindlich – und gehe über reinen „Dienst nach Vorschrift“ hinaus. „Wenn ein Kind ein Problem hat, kann man nicht sagen: Jetzt ist Feierabend. Dann muss man da sein“ erklärt Flicker.
Unterstützt wird dies auch durch eine fest angestellte Schulsozialarbeiterin, die ganztags erreichbar ist und bewusst einen geschützten, ruhigen Anlaufpunkt im Schulgebäude hat. Gleichzeitig seien alle Lehrkräfte Ansprechpartner – nicht nur für fachliche Fragen.
Neben der Schulphilosophie präsentierte sich auch das vielfältige Angebot des Marianums. In der Biologie sorgte das beliebte „Kükenprojekt“ für besondere Aufmerksamkeit: Besucher konnten miterleben, wie Küken schlüpfen – ein Projekt, das noch bis Ostern läuft. Die Robotik-Gruppe, die bereits Erfolge bei Wettbewerben erzielt hat, stellte ihre Entwicklungen vor und zeigte, wie viel Engagement hier auch außerhalb des regulären Unterrichts steckt – oft abends oder am Wochenende. Für musikalische Akzente sorgte die Schülerband, die eigens für diesen Nachmittag auftrat.
Schulleiter Flicker stand den gesamten Tag selber für Fragen zu Verfügung und war bei Rundgängen über das Schulgelände anzutreffen – ganz im Sinne des Tages: im Gespräch bleiben, Eindrücke sammeln und Schule als lebendigen Ort erleben.
