Lokales FD 15.01.2026

Grippewelle beginnt früh – Klinikum Fulda meldet volle Notaufnahme

Fulda (sim) – Die Grippewelle in diesem Winter zeigt sich in Fulda besonders früh und intensiv: Das Klinikum Fulda registriert derzeit einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen in der Zentralen Notaufnahme (ZNA). In den letzten zwei Wochen mussten deutlich mehr Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen behandelt werden als in vergleichbaren Zeiträumen der vergangenen Jahre.

Archivfoto: Görlich Media.

Das Behandlungsspektrum reicht von schweren Influenza-Verläufen über virale und bakterielle Infektionen der Bronchien und Lunge bis hin zu akuten Verschlechterungen bei Patientinnen und Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD). Besonders betroffen sind ältere Menschen über 60 Jahre: „Schwere Fälle treten überwiegend in dieser Altersgruppe auf“, erklärt Barbara Froese, Sprecherin des Klinikums Fulda.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag die deutschlandweite Zahl von Atemwegsinfekten in der ersten Kalenderwoche 2026 auf einem niedrigen Niveau. Auch die Anzahl schwer verlaufender Atemwegserkrankungen blieb über den Jahreswechsel moderat. Die Influenza-Aktivität steigt jedoch weiter an, während die SARS-CoV-2-Aktivität rückläufig ist. „Die Grippewelle hat in diesem Jahr bereits Mitte November begonnen – deutlich früher als in den Vorjahren“, so Froese.

Die hohe Zahl an Patienten mit Isolationsbedarf belastet die Bettenkapazitäten. „Die Versorgung aller Patientinnen und Patienten ist durchgängig sichergestellt. Dennoch kann es in der Notaufnahme aufgrund des hohen Aufkommens zu längeren Wartezeiten kommen“, erklärt Froese. Auch das Personal spürt die Belastung: Zwar kommt es derzeit nicht zu Engpässen in der Versorgung, die hohe Zahl an Patienten erhöht jedoch die Arbeitslast der Mitarbeitenden, betont Froese.

Um die Ausbreitung der Infektionen einzudämmen und die Krankenhäuser zu entlasten, empfiehlt das Klinikum Fulda:

- Impfschutz prüfen und auffrischen: Eine Grippeimpfung und gegebenenfalls eine Auffrischung gegen Covid-19 ist auch im Januar noch sinnvoll.

- Maske tragen: Wer selbst Erkältungssymptome hat, sollte konsequent eine Maske tragen – besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln, engen Räumen oder beim Besuch von Kliniken.

- Hygiene beachten: Regelmäßiges Händewaschen und das Einhalten der Husten-Etikette bleiben wirksame Mittel zur Infektionsprävention.

Die Grippewelle 2025/2026 unterscheidet sich deutlich von den Vorjahren: Sie begann ungewöhnlich früh, führt zu mehr schwer verlaufenden Infektionen bei älteren Patienten und belastet die Notaufnahmen stärker. „Die Grippewelle ist derzeit der dominierende Faktor im Infektionsgeschehen. Covid-19 spielt nur noch eine untergeordnete Rolle“, erklärt Froese.

Trotz der erhöhten Patientenzahlen betont das Klinikum: „Die Versorgung aller Patientinnen und Patienten ist durchgängig sichergestellt. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass es in der Notaufnahme aktuell zu längeren Wartezeiten kommen kann.“