Lokales FD 14.01.2026

Fuldaer Schlosstheater präsentiert vielseitiges Programm

Fulda (pn) – Bewährte Klassiker oder spannende Neuheiten – Das Theater- und Konzertprogramm von 2026/2027 des Fuldaer Schlosstheaters hat erneut viel Abwechslung zu bieten. Im Fuldaer Schul-, Kultur- und Sportausschuss stellte Christoph Stibor, Leiter des Schlosstheaters, das Programm vor und erhielt dafür großen Zuspruch von allen Anwesenden.

Im Fuldaer Schul-, Kultur- und Sportausschuss wurde am Dienstagabend das Theaterprogramm für 2026/2027 vorgestellt. Fotos: Paula Nöllenheidt

Im Fuldaer Schul-, Kultur- und Sportausschuss wurde am Dienstagabend das Theaterprogramm für 2026/2027 vorgestellt. Fotos: Paula Nöllenheidt

Das Theaterprogramm kann somit auch im kommenden Jahr zahlreiche Angebote für Jung und Alt bieten: Im Bereich des Jungen Theaters werden vier Produktionen im Theater LKW angeboten, die direkt zu den Kindergärten vor Ort kommen. Aber auch klassische Familienvorstellungen im Theater, darunter „Der kleine Lord“ oder das Fußball-Tanztheater „Joga Bonito“, bieten Spaß für die gesamte Familie. Daneben wird es erneut vier Klassenzimmerstücke in Kooperation mit dem Landestheater Marburg geben, die mit Theaterpädagogen vor- und nachbereitet werden. Ein Highlight in diesem Jahr: Neben den Schauspiel-, Poetry Slam- und Acting vor der Kamera-Workshops wird auch ein Workshop für die Maskenbildnerei angeboten, der auch für Erwachsene ausgerichtet ist. Wie in jedem Jahr zeigt das Angebot des Sprechtheaters erneut eine beeindruckende Bandbreite auf: „Die Ermittlung“ von Peter Weiss wird im Fürstensaal aufgeführt, um die Gerichtsverhandlungen der Ausschwitz Prozesse so realitätsnah wie möglich aufzuzeigen und so „eine Mahnung vor dem Gleiten in schwierige politische Verhältnisse auszusprechen“, erklärte Stibor.

Auch eine Kooperation mit den Bad Hersfeldern Festspielen solle es durch die Aufführung von Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“ geben, wodurch sich „die Region weiter als Kulturlandschaft verfestigen“ solle. Daneben werden unter anderem „Der Circle“ von Dave Eggers, die Komödie „Miss Merkel: Mord in der Uckermark“ oder auch „Achtsam morden durch bewusste Ernährung“ präsentiert. In dem Klassiker Abonnement werden beispielsweise „Last call“ von Peter Danish und „Mephisto“ nach Klaus Mann vom Deutschen Teater in Göttingen in Fulda gastieren. Auch das Gegenwarts-Schauspiel hat viel zu bieten, darunter „Bevor ich es vergesse“ von den Münchener Kammerspielen. Das beliebte Tanztheater kann erneut Künstler aus aller Welt präsentieren, unter anderem aus Italien, Israel oder Kanada. Im vergangenen Jahr besonders nachgefragt waren die „Live on Stage“ Konzerte, bei denen fast schon traditionell die HR-Bigband gastiert. In diesem Jahr bringt sie die Solistin Alicia Olatuja mit, die ein Soul- und RNB-Programm zeigen wird. Ähnlich international werden die klassischen Konzerte gestaltet sein, darunter das Grammy-nominierte A-cappella-Oktett „Voces8“.

Ziemlich groß ist auch das Angebot, welches sich nicht in die obigen Kategorien einordnen lässt. Unter dem Sammelbegriff „Akzente“ wird unter anderem „ROT“ zum Gedenktag an die Opfer von Hanau mit Katja Riemann vorgestellt. Der Auftritt der tibetanischen Theatergruppe „Phayul“ sei mit einer Ausstellung verbunden, an welcher auch Bundestagsabgeordneter Michael Brand beteiligt sein werde, berichtete Stibor.

Zudem präsentierte Stibor einen statistischen Rückblick auf das vergangene Jahr sowie die vergangene Saison, mit denen er äußerst zufrieden sei: Im Vergleich zum vorherigen Jahr habe sich die Besucherzahl von 30.000 auf 32.000 Besuchende im Jahr erhöht, womit eine Auslastung von 86 Prozent erreicht worden sei. Entgegen den Trends seien in Fulda auch die Zahlen der Abonnements um rund 2200 Abonnements gestiegen, was der Theaterplanung „einen wahnsinnigen Rückenwind“ geben würde, so Stibor. Besonders glücklich sei er über die Entwicklung, dass auch immer mehr Besucherinnen und Besucher aus den umliegenden Regionen das Fuldaer Schloss-Theater besuchen würden, im vergangenen Jahr sei dies jede fünfte Person gewesen. „Insgesamt geht unser Konzept, eine große Bandbreite für zahlreiche Zielgruppen anzubieten, also auf“, stellte Stibor fest.

Insgesamt seien somit sowohl Publikum als auch die Produktionen sehr zufrieden mit den Angeboten und Prozessen des Fuldaer Schlosstheaters. Potenziale sehe Stibor besonders im Bereich des modernen Marketings, das vor allem durch eine erhöhte Online-Präsenz und weitere Digitalisierung weiterentwickelt werden solle. „Wir wollen somit neue Zielgruppen gewinnen, um den Anschluss nicht zu verlieren“, erklärte Stibor. Der Ausschussvorsitzende Dr. Albert Post (CDU) lobte das Programm und sprach von einer „beachtlichen Leistung“, solch ein Programm mit hochkaratigen Produktionen auf die Beine zu stellen.