Lokales FD 08.01.2026

Fuldaer Andreas Langsch auf Tour: Musikkabarett mit Herz und Humor

Hamburg (sim) – Tanz, Gesang, Klavier – bei Andreas Langsch verschwimmen die Grenzen zwischen den Künsten. Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für die Bühne: Bei der TSG Künzell wirbelte er über die Tanzfläche und feierte Erfolge im Charakter-Schautanz, später zog ihn das Musicalstudium nach Leipzig. Doch sein Herz schlug immer auch für eigene Songs am Klavier – eine Kombination, die ihn schließlich zum Musikkabarett und seinem eigenen Solo-Programm führte.

Foto: Stefan Mager

Foto: Martin Ruppel.

„Musical war immer ein Teil von mir, aber nicht mein Zuhause“, erzählt Langsch. „Ich habe einfach gemerkt, dass es mir besser passt, wenn ich mich beim Klavier selbst begleite und meine eigenen Geschichten erzählen kann.“ 2019 feierte er seinen ersten Soloauftritt in der Alten Aula in Fulda. Danach wurde alles durch Corona ausgebremst. Doch der gebürtige Fuldaer ließ sich nicht entmutigen. Seit 2023 arbeitet er hauptberuflich als Musikkabarettist und entwickelt eigene Programme, in denen er Humor, Musik und gesellschaftskritische Themen verbindet.

Geboren und aufgewachsen in Fulda, begann Langsch seine Karriere auf dem Tanzboden. Schon als Kind lernte er von seinem Vater Steppschritte und wirbelte später mit der Tanzgruppe TSG Künzell durch nationale und internationale Wettbewerbe, darunter Hessen-, Deutsche- und Europameisterschaften im Charakter-Schautanz. „Meine Eltern fanden es immer wichtig, dass meine Schwester und ich jeweils in einem Sportverein sind und ein Instrument spielen. Deshalb habe ich mit acht Jahren mit dem Klavierspielen begonnen“, erzählt Langsch. Schnell verband er das Spiel am Klavier mit dem Gesang und begann, eigene Lieder zu schreiben.

Nach dem Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Kulturelles Jahr in Hannover, wo er das Off-Theater entdeckte – etwas, das es in Fulda kaum gab. Später führte ihn sein Weg zum Studium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, wo er sich auf Musical spezialisierte. Auf den Bühnen Deutschlands verkörperte er Rollen in Produktionen wie „Singin’ in the Rain“, „West Side Story“, „Comedian Harmonists“, „Cats“ oder „Hair“.

Doch die Sehnsucht nach eigenen Geschichten am Klavier blieb. „Ich habe immer weiter Klavier gespielt und meine eigenen Lieder geschrieben. Irgendwann dachte ich: Jetzt machst du daraus ein eigenes Programm“, erzählt Langsch.

Sein erstes Solo-Programm „Der Liebesalgorithmus“ ist ein Spiegelbild seiner Generation Y. Langsch nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die hektische Welt zwischen Social Media, Selbstoptimierung und der Suche nach der perfekten Partnerschaft. Mit seinem Klavier und seinen Liedern erzählt er von alltäglichen Absurditäten – von Spaziergängen im Park, bei denen er skurrile Beobachtungen macht, über Gedanken zu Superkräften bis hin zu ungewollten Brieffreundschaften. Humorvoll und kritisch zugleich bringt Langsch die verrückte Welt auf die Bühne – und sorgt dafür, dass das Publikum darüber lachen kann. Welche Lösung er dabei findet, bleibt ein kleines Geheimnis, das man am besten selbst live entdeckt.

„Mein Programm ist sehr unterhaltsam, macht Spaß, aber ich lege auch mal den Finger in die Wunde“, sagt Langsch. „Ich möchte, dass die Leute lachen – aber dass sie auch ein bisschen nachdenken.“ Inzwischen hat er zwei weitere Programme geschrieben, darunter eines mit weihnachtlichem Bezug. Für Ende des Jahres arbeitet er bereits an seinem dritten Solo-Stück „Zu schön, um falsch zu sein“.

Über einige große Auftritte und Preise durfte Langsch sich schon freuen: Der bisher größte Erfolg war 2023 der Gewinn der renommierten St. Ingberter Pfanne vor rund 600 Zuschauern – inklusive Fernsehmitschnitt. Weitere Auszeichnungen schmücken seine Karriere: Erster Jurypreis und Publikumspreis beim Reinheimer Satirelöwen, Erster Platz Jury und Publikumspreis beim Bielefelder Kabarettpreis, zweiter Jurypreis und Publikumspreis bei der Tuttlinger Krähe und mehrfacher Sieger bei Songslams in Hamburg, Osnabrück und Bremen. Schon früh hatte er Musikalisches bewiesen: Erster Preis „Jugend kulturell“ im Musical und zweiter Preis beim Bundeswettbewerb Gesang Musical.

Langsch lebt seit rund zehn Jahren in Hamburg, hält aber seine Verbindung nach Fulda aufrecht. „Fulda ist für mich ein strategisch guter Punkt, um mal einen Stopp einzulegen, weil es zentral in Deutschland liegt – erst recht, weil ich so auch meine Eltern regelmäßig besuchen kann“, erklärt er. Auftritte weit weg von seiner Frau und seinem Kind in Hamburg sieht er gelassen: „Wenn ich Termine habe, fahre ich hin und danach wieder zurück – das ist das Schöne an diesem Job.“ Besonders in der Weihnachtszeit kann das Pensum eng werden: Dann steht er quasi von Hotel zu Hotel auf der Bühne und fährt nicht nach jeder Show zurück. „Das ist manchmal anstrengend, aber auch eine schöne Abwechslung“, sagt er schmunzelnd.

Musical bleibt für ihn dennoch eine Option. „Wenn die richtige Rolle zum richtigen Moment kommt, besteht da keine Abneigung. Musical ist für mich natürlich immer noch eine Möglichkeit“, betont er. Seit er jung ist, steht er auf der Bühne, und diese Erfahrung hilft ihm bei jedem Auftritt. „Seit ich sechs Jahre alt bin, stehe ich auf der Bühne. Das hat mir Sicherheit gegeben und das Gefühl, auf der Bühne wirklich zuhause zu sein“, sagt er.

Für die Zukunft plant Langsch, die Reichweite seiner Programme weiter auszubauen: größere Auftritte, eine wachsende Community und regelmäßig 300 bis 500 Zuschauer pro Show. „Mein Ziel ist natürlich, noch mehr Menschen zu begeistern“, sagt er lachend.

Andreas Langsch vereint Tanz, Musical, Kabarett und Klaviermusik in seinen Programmen. Wer ihn live erlebt, kann seine Vielseitigkeit auf der Bühne erleben und mit Humor und Musik in die Themen seiner Stücke eintauchen.

Termine in der Region:

„Der Liebesalgorithmus“ – Weyhers, Samstag, 28. Februar – Ebersburg