Die Entscheidung zur Teilnahme fiel kurzfristig. „Am 30. Dezember war die letzte Möglichkeit, sich für das Turnier anzumelden. Wir haben spontan entschieden, die Chance zu nutzen – und sind mit unserer wahrscheinlich bestmöglichen Besetzung nach Chemnitz gefahren“, berichtete Trainer Boris Jurcevic. Gespielt wurde in der Trainingshalle der Chemnitz 99ers, aktueller Bundesligist – entsprechend waren auch die Bedingungen vor Ort, die selbst den erfahrenen Jurcevic beeindruckten: „Man kann sich kaum vorstellen, was für ein Parkettboden und was für eine Korbanlage dort stehen. Das ist der beste Komplex, den ich in Deutschland bislang erlebt habe.“
Sportlich wartete gleich zu Beginn eine echte Herausforderung. Im ersten Spiel traf Fulda Basket auf eines der erfahrensten Teams des Turniers, bestehend aus ehemaligen Profispielern. In einer intensiven Partie behielt Fulda in der Schlussphase die Nerven und entschied das Spiel knapp mit 21:19 für sich. „Da haben wir es geschafft, am Ende ruhiger zu bleiben – das war entscheidend“, so Jurcevic.
Mit wachsendem Selbstvertrauen steigerte sich das Team von Spiel zu Spiel, was sich auch in den Ergebnissen widerspiegelte. Im Finale wartete schließlich ein prominenter Gegner: Zwei Spieler aus dem aktuellen Bundesliga-Kader der Chemnitz 99ers standen auf der Gegenseite. „Dass sie am selben Tag noch ein 3x3-Turnier spielen, hat mich komplett gewundert“, gab Jurcevic zu. „Aber wir haben das Spiel sehr ernst und entschlossen angenommen.“ Fulda Basket, angetreten mit Jurcevic, Frederik Fehl, Michael Heberle und Toni Jurcevic, legte einen furiosen Start hin und ging schnell mit 10:0 in Führung. Besonders Toni Jurcevic erwischte einen Sahnetag und setzte mit einem persönlichen 8:0-Lauf ein klares Zeichen. „Er war extrem motiviert, vor allem weil er wusste, dass diese Gegner auf einem sehr hohen Niveau in Deutschland spielen“, lobte der Trainer. Auch personell passte an diesem Tag alles: Erstmals konnten Toni Jurcevic und Frederik Fehl gemeinsam ein Turnier für Fulda Basket bestreiten. „Fredi spielt schon länger bei uns, aber es hat nie gepasst, dass die beiden gleichzeitig zusagen konnten. Dieses Mal hat es endlich funktioniert.“
Der Turniersieg war nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch lehrreich. Jurcevic zog ein klares Fazit: „Ich habe früher immer gedacht, dass 3x3 eine gute Vorbereitung für das klassische 5-gegen-5 ist. Ehrlich gesagt ist es umgekehrt. Gegen solche Spieler, wie wir sie im 3x3 erleben, werden wir im normalen Ligabetrieb wahrscheinlich nie antreten.“
Trotz des Erfolgs blieb die Pause nicht ungenutzt. Nun richtet sich der Fokus wieder voll auf den Ligaalltag im 5-gegen-5-Basketball. Bereits am kommenden Wochenende steht das wichtige Spiel gegen Werra Meißner an – ein Team, das aktuell verdient auf dem zweiten Tabellenplatz steht und weiterhin große Aufstiegschancen hat. „Wir müssen weiter alles geben und jedes Spiel mit 100 Prozent Einsatz angehen“, betonte Jurcevic abschließend. „Unser Ziel ist es, zumindest oben mit dabei zu bleiben.“
