Den Kern des Abends bildete die feierliche Übergabe der Gesellenbriefe durch Johannes Burkart, Obermeister der Elektro-Innung Fulda, und den Prüfungsvorsitzenden Ulrich Fritz. Dabei wurden sowohl Absolventen der Winterprüfung als auch jene geehrt, die ihre Prüfung bereits vergangenen Sommer absolviert hatten. Eine besondere Auszeichnung erhielten die drei besten Prüflinge. Beste Absolventin und gleichzeitig einzige Frau des Jahrgangs war Marlene Nattmann aus Eiterfeld. In diesem Zusammenhang richtete Burkart einen klaren Appell an sie: „Mach bei deiner Arbeit Werbung für deinen Beruf – wir würden uns über mehr weibliche Fachkräfte sehr freuen.“
Die Veranstaltung eröffnete Burkart mit einer unterhaltsamen Begrüßung. Ausgangspunkt war das Buch mit dem Titel „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ von Sasa Stanisic. So schlug Burkart den Bogen zur Ausbildungszeit der Absolventinnen und Absolventen: „So oder so ähnlich ging es vielleicht auch euch vor dreieinhalb Jahren, als ihr eure Ausbildung begonnen habt.“ Er sprach über die Herausforderungen in Berufsschule und Praxis: neue und unbekannte Eindrücke, manches ein großer Widerstand mit hohem Energiegebrauch. Jedoch nur wenn alle Bestandteile des Stromkreises zusammenspielen, würde der Stromkreis funktionieren, betonte er. Sein Dank galt daher allen, die die jungen Fachkräfte auf ihrem Weg unterstützt haben.
Pointiert führte Moderator Matthias Heitzer durch den Abend. Er gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und bezeichnete sie als „Superhelden, die Blitze fangen“ könnten. Heitzer betonte durch das Beispiel des Stromausfalls in Berlin, wie essentiell und systemrelevant das Handwerk sei. Sein Appell: Handwerkerinnen und Handwerker dürfen stolz auf ihren Beruf sein und das auch selbstbewusst nach außen tragen.
In einer anschließenden Gesprächs- und Diskussionsrunde kamen drei Absolventinnen und Absolventen, eine Lehrerin der Ferdinand-Braun-Schule sowie Burkart, Fritz, Lukas Henke, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda, und Lehrlingswart Gerd Röder zu Wort. Diskutiert wurden unter anderem der Weg von Frauen ins Elektrohandwerk, der Einsatz von KI, Herausforderungen des Berufs und, was die Absolventen an ihrem Beruf lieben: „Für mich ist es das schönste, die Kunden zufrieden und wertschätzend zu sehen“, berichtete ein Absolvent. Nach dem offiziellen Teil ließen die zahlreichen Gäste den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen. Für die passende musikalische Begleitung sorgte DJ Kjell Müller.
Prüfungsbeste der Elektro-Innung Fulda
1. Marlene Nattmann, Elektrotechnik Nattmann, Eiterfeld (95,12 P)
2. Lars Semler, Fröhlich & Röbig Elektrotechnik GmbH, Fulda (87,96 P)
3. Kornelius Weber, Brehl Elektrotechnik e. K., Inh. Sebastian Will, Hofbieber (87,78 P)
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