Lokales FD 30.01.2026

Einbürgerungsempfang im Stadtschloss: 79 neue Fuldaer

Fulda (pn) – Fulda hat Zuwachs bekommen: Beim traditionellen Einbürgerungsempfang im Marmorsaal des Stadtschlosses hat die Stadt am Donnerstagabend 79 neu eingebürgerte Bürgerinnen und Bürger offiziell willkommen geheißen. Menschen aus insgesamt 26 Herkunftsnationen erhielten ihre Einbürgerungsurkunden – eine Tradition, die Fulda seit 1999 pflegt. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann würdigten die Leistungen der Neubürgerinnen und Neubürger und betonten die Bedeutung von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Engagement.

Anda Vasters und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Foto: Paula Nöllenheidt.

Oberbürgermeister Wingenfeld begrüßte die Anwesenden herzlich und gratulierte im Namen der Stadt zur deutschen Staatsbürgerschaft: „Sie haben auf dem Weg hin zur deutschen Staatsbürgerschaft bereits sehr, sehr viel geleistet“, vom Erlernen der Sprache über berufliche Integration bis hin zu Geduld und Ausdauer im Einbürgerungsverfahren. Sie könnten sich darauf verlassen, in Fulda herzlich willkommen zu sein und als Teil der Stadtgesellschaft an der Demokratie mitzuwirken. Mit Blick auf die Gründungsgeschichte der Stadt erklärte er, dass „Fulda schon immer international geprägt war“ und stets davon profitiert habe, dass Menschen von außen gekommen sind und die Stadt mitgestaltet haben. Herkunft, Hautfarbe oder Religion seien daher unerheblich, denn „zentral ist allein das Bekenntnis zu den Werten des Grundgesetzes“, betonte er. Im Kontext des 80-jährigen Jubiläums der hessischen Landesverfassung mahnte der Oberbürgermeister, Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten und stattdessen die Werte von Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit aktiv zu leben. Er rief die Neubürgerinnen und Neubürger dazu auf, sich einzubringen und ihr Wahlrecht – etwa bei der anstehenden Kommunalwahl – wahrzunehmen. Demokratie lebe vom Mitmachen, und besonders Menschen mit vielfältigen Erfahrungen seien eine große Bereicherung für die Stadt.

Auch Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann unterstrich die Bedeutung des Anlasses für die Eingebürgerten und für die Stadt. So stehe die Einbürgerung auch symbolisch für „alles, was Sie erreicht haben“. Alle Anwesenden verbinde die bewusste Entscheidung, Deutschland und Fulda als ihren Lebensmittelpunkt zu wählen. Hartmann ermutigte dazu, sich im Ehrenamt, in der Gesellschaft oder auch kommunalpolitisch zu engagieren und die Demokratie im Alltag mit Leben zu füllen. „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Fulda zu einem Ort zu machen, an dem sich alle wohlfühlen“, appellierte sie.

Einen sehr persönlichen Eindruck bot der Erfahrungsbericht von Anda Vasters, die in Südafrika geboren wurde und seit 13 Jahren in Fulda lebt. Ihr Weg nach Deutschland sei nicht immer einfach gewesen: „Es war eine Zeit des Umbruchs, der Herausforderungen und der Zweifel“, berichtete sie. Mit der Zeit habe sie jedoch nicht nur die Sprache gelernt, sondern auch Werte wie Respekt und ein starkes Miteinander schätzen gelernt. Mit Verweis auf die Demokratiebewegung und Nelson Mandela hob sie hervor, dass Freiheit immer auch Verantwortung bedeute – füreinander und für die Gesellschaft.

Im Anschluss überreichten Wingenfeld und Hartmann die Einbürgerungsurkunden sowie ein kleines Präsent. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch Onrie-Ilay Bajrovic von der Musikschule Fulda. Im Anschluss erhielten die Neubürgerinnen und Neubürger bei einem Umtrunk die Möglichkeit, zu feiern und untereinander ins Gespräch zu kommen.

Einbürgerungsempfang im Stadtschloss. Fotos: Paula Nöllenheidt.