„Wir wollen mit dem Projekt Demokratie fördern und Menschen befähigen sich kommunale Gedanken zu machen“, beschrieb Yvonne Schulze-Ardey, Referentin im Kolpingverband, den Hintergrund des Projekts. So sollen Wahlberechtigte aber auch junge Menschen unter 18 Jahren animiert werden, sich kommunalen Themen zu widmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Adolph Kolping verband Glauben und soziales Engagement und setzte sich zeitlebens für Familien, Bildung und gerechte Lebensbedingungen ein. In seinem Geist soll das Projekt das Bewusstsein für kommunale Leistungen schärfen: Was funktioniert gut vor Ort? Wo besteht Verbesserungsbedarf? Die kommunale Ebene biete durch kurze Wege und persönliche Verantwortung besonders gute Möglichkeiten, sich einzubringen und Demokratie aktiv zu leben. „Wir wollen im Prinzip kommunalpolitische Themen mit einer Schnitzeljagd verbinden“, erklärte Diözesanvorsitzende Brigitte Kram.
Der Kern des Projekts ist ein kreativer Bildersuch-Spaziergang für Mitglieder der Kolpingfamilie sowie interessierten Gruppen. Dabei sollen die Teilnehmer Fotos von Orten und Themen aus ihrer Kommune, wie beispielsweise von Kitas, Spielplätzen, Sportanlagen, Schulen, Straßen, Büchereien, der Feuerwehr und weiterer öffentlicher Infrastrukturen, machen. Ergänzt werden diese durch Quiz- und Informationsfragen, die den Zusammenhang zwischen Alltag, kommunaler Verantwortung und politischer Entscheidung verdeutlichen. So fotografieren die Teilnehmer beispielsweise die Eingangstüre einer Kindertagesstätte und erstellen dazu einen Fragebogen, der über die Website des Kolpingverbandes heruntergeladen werden kann. Im Anschluss hängen die Teilnehmer den Fragebogen gut einsehbar an einen Ort in der Nähe der Einrichtung. Andere „Spieler“ nehmen sich einen der Fragebögen und füllen ihn aus. Dabei setzten sie sich mit den Verantwortlichen auseinander, um so die Antworten auf die Fragen zu erhalten. Mit den erlangten Informationen können sich die Teilnehmer dann an die Kommunalen Mandatsträgern wenden und mit ihnen in den Austausch gehen. Das Projekt ist eine Mitmachaktion, die eine Alternative zu den üblichen Podiumsdiskussionen bieten soll, so die Vorsitzende. Alternativ könne das Angebot auch digital umgesetzt werden. Dabei kann der Bildersuch-Spaziergang an einem festen Termin gemeinsam stattfinden oder für eine gewisse Zeit bereitstehen. „Wir wollen sensibilisieren. Vielen ist nicht klar, was eigentlich Kommunalthemen sind“, erläuterte Kram. Die Fotos werden auf der Website veröffentlich und sollen kommunale Anliegen landesweit sichtbar machen.
Während des Projekts, das bis zur Kommunalwahl am 15. März laufen wird, werden zwei Preise vergeben. Zum einen erhält die Kolpingsfamilie oder Gruppe mit den meisten „Durchblicker“, also Teilnehmern, einen Preis. Zum anderen gewinnt die Person mit der kreativsten Kolpingbrille eine Auszeichnung. Zur Unterstützung stellt das Kolpingwerk Materialien wie Logo, Checklisten, Musterbögen und Einverständniserklärungen bereit. Diese Unterlagen und Informationen sind ab sofort auf der Website unter www.kolping-kommunalwahl-hessen.de abrufbar. Die Rückmeldungen zur Teilnahme sind bis 10. Februar gewünscht. Angesichts des Starts der Briefwahl rund sechs Wochen vor dem Wahltag empfiehlt das Kolpingwerk ein Projektbeginn bereits Anfang oder Mitte Februar. Mit der Aktion möchte Kolping Menschen motivieren, ihre Stimme zu erheben, Verantwortung zu übernehmen und bei der Kommunalwahl 2026 bewusst über die Zukunft ihres Ortes zu entscheiden. „Wir wären glücklich, wenn möglichst viele Kolpingfamilien und Gruppen an dem Projekt und den Kommunalwahlen teilnehmen“, sagte Schulze-Ardey.
