Vom ersten Ton an nahmen Dirk Lindemann, die Sängerinnen Jenny Wagner, Meike Emrich und Melanie Sordel-Klippert sowie die Musiker das Publikum für sich ein – mit einer Liedauswahl, die mitreißend und überraschend war, zum Mitsingen einlud, aber auch den Udo-Jürgens-typischen Tiefgang hatte. Dabei zeigte sich, dass der gebürtige Schwälmer gerade hier über ein treues Stammpublikum verfügt. Nicht zuletzt, weil seiner Band auch einige Alsfelder und Musiker aus der Region angehören: Manuel Spahn im Keyboard, Andreas Berger am Bass und erstmals Finn Fenner an den Drums. Im Bläserset überzeugten Udo Seifert (Posaune), Peter Sagurna (Sax), Markus Privat (Trompete), Niklas Müller (Trompete), als Gitarrist brillierte Nils Hofmann, der später auch seinen Hut auspackte und als Udo-Lindenberg-Imitator für Begeisterung sorgte.
Sein abwechslungsreiches Programm moderierte der Bandleader selbst, bezog das Publikum mit ein und schaffte Übergänge, die die inhaltliche und musikalische Zeitlosigkeit von Udo Jürgens‘ Werken unterstrichen. Duette mit dem Bassisten oder den Sängerinnen sorgten für jede Menge Vielfalt auf der Bühne, von der Stücke wie „Mein Bruder ist ein Maler“, „Es lebe das Laster“ oder „Hautnah“ ertönten. Alle Akteure waren perfekt aufeinander abgestimmt und lieferten präzisen und krachenden Sound gleichermaßen ab: Mit scheinbarer Leichtigkeit und großer Spielfreude hielten sie das Versprechen vom Feuerwerk und erfüllten alle Erwartungen an richtig gute Musik und ganz viel Schlager-Nostalgie. Spätestens bei „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ oder der Hymne auf den „Tante-Emma-Laden“ brach sich der Mitsing-Impuls im Publikum Bahn und hörte nicht auf, bis endlich auch der „Griechische Wein“ ertönte. Weitere Duette, wunderbare Arrangements, kleine Anekdoten, witzige Accessoires und die Liedauswahl machten diesen Abend zu einem wirklichen Feuerwerk, zu dem sich Udo Lindenberg als Überraschungsgast hinzugesellte. Lacher und Begeisterung waren Nils Hofmann sicher, genauso wie den Sängerinnen, die mit dem Glenn-Miller-Stück „Chattanooga Choo Choo“ die Vorlage des „Sonderzug nach Pankow“ aufgriffen und es ordentlich swingen ließen auf der Bühne in der Hessenhalle. Dirk Lindemann indes erwies sich nicht nur als begnadeter Musiker und Sänger, sondern auch als geborener Entertainer, dessen Programm in Alsfeld wie im Flug verging.
Wie bei einem Feuerwerk üblich, zündete der Musiker die bekanntesten Udo-Jürgens-Stücke zum Abschluss an einem Stück und setzte mit „Music“ von John Miles einen fulminanten Schlusspunkt, den sein zwölfköpfiges Ensemble grandios darbot und damit noch einmal seine Expertise und seine Leidenschaft für gute Musik unterstrich. Stehender Applaus war den Musikern und Sängerinnen sicher – sie dankten dem Publikum mit verschiedenen Zugaben. Nun hoffen alle – Bigband und Publikum auf ein Wiedersehen. Bis dahin bleiben die Stunden und die Lieder in bester Erinnerung bei den Gästen, die erfüllt von der Musik das Jahr beendeten.
