Ortsvorsteher Euler zeigte sich begeistert über das große Interesse, wodurch deutlich werde, dass die Zukunft der Grillenburg den Stadtteil weiterhin stark bewege. Zu Beginn stellte Euler die Frage: „Warum knallt es hier eigentlich so?“ und zeichnete zuerst die konfliktreiche Einwicklung der vergangenen Jahre nach. Somit sei bereits 2016 die Diskussion über die Zukunft der Grillenburg im Gespräch gewesen, zum „Spielball“ verschiedener Konzepte von Ortsbeirat und Stadtverwaltung sei das Gebäude jedoch erst nach dem Ende der gastronomischen Nutzung durch die Pächterfamilie Ende 2019 geworden. Seitdem bemühe sich der Ortsbeirat um eine Sanierung statt eines Abrisses und eine Wiederbelebung der gastronomischen Nutzung.
Von Seiten der Stadt würden diese Konzepte aber immer wieder auf Skepsis stoßen, erklärte Euler. In mehreren Abstimmungen und Begehungen habe sich dann der Vorschlag des Ortsbeirates von einem Vereins- und Kulturzentrum herauskristallisiert, wobei ein zentraler Streitpunkt der Zustand des Küchenanbaus bleibe, welchen die Stadt im Jahr 2022 geplant habe, abzureißen. „Wir haben uns ab diesem Punkt argumentativ und emotional immer weiter von der Stadtverwaltung entfernt“, berichtete der Ortsvorsteher. Auch durch die daraufhin gegründete Bürgerinitiative „Freunde der Grillenburg“, die sich für den Erhalt der Küche und eine zumindest teilweise gastronomische Nutzung einsetzte, seien keine Pläne entstanden, die der Stadt zusagen würden.
Für zusätzlichen Unmut sorgten Aussagen im Dezember 2025, wonach sämtliche Einrichtungen im ehemaligen Restaurant entfernt werden sollten. Der Ortsvorsteher kritisierte dabei insbesondere die Kommunikation von Stadtverwaltung und Stadtbaurat Daniel Schreiner scharf. Zwar sei es später zu einem klärenden Gespräch gekommen, in dem der Stadtbaurat von einem Missverständnis gesprochen habe und zugesichert hätte, vorerst nichts zu entfernen – doch die Frustration bleibe. „Mit dem Ergebnis kann ich leben, aber nicht mit der Art und Weise, wie es zustande gekommen ist“, betonte Euler. Michael Herrlich, Mitglied des Ortsbeirates, betone zudem die historische Bedeutung der Grillenburg, die Lehnerz als Zusage für den Verlust der kommunalen Autonomie zugesagt wurde.
In der Nutzung sei der Stadtteil der Stadt oft entgegengekommen, unter anderem durch die Unterstützung bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Entsprechend deutlich fiel der Appell an die Stadt aus, den Ortsbeirat stärker einzubinden und Kompromisse zu suchen, statt die „Bevormundung des Stadtbaurats“, wie Herrlich es beschrieb, weiterzuführen. Positiv bewertete Euler jedoch ein jüngstes Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, das als konstruktiv und zielführend beschrieben wurde. Demnach solle sich der neu gewählte Ortsbeirat nach den Kommunalwahlen unmittelbar mit dem Thema beschäftigen und in Zukunft eng mit der Stadt zusammenarbeiten. So wurde zum einen ein einstimmiger Beschluss des Ortsbeirates darüber gefasst, dass die vorhandenen Kücheneinrichtungen für eine vorübergehende Vermietung ausreichen seien und daher im Gebäude verbleiben sollen. Zusätzliche Ausgaben wären somit nicht notwendig. Zudem solle die Stadt die bereits durchgeführte Gegenüberstellung von den Optionen Neubau und Sanierung dem Ortsbeirat vorlegen sowie erörtern.
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