Der deutsche Rekordmeister hat die Bundesligapartie kurzerhand in die Hauptstadt verlegt, im Sportforum Höhenschönhausen in Berlin-Lichtenberg spielen zuvor bereits die Düsseldorfer Frauen: „Das ist für uns natürlich auch nochmal ein besonderes Event. Das wird sicherlich eine schöne Kulisse“, blickt Johannes Hodes, Zweiter Vorsitzender des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, voraus. Das Duell mit dem ehemaligen Club der deutschen Tischtennis-Legende Timo Boll kommt für den TTC dennoch zur vermeintlichen Unzeit. Während die Osthessen die letzten drei Ligaspiele allesamt verloren und die Playoff-Plätze in weite Ferne gerückt sind, verlor Borussia Düsseldorf von den letzten neun Partien lediglich eine – und das gegen den frischgebackenen Pokalsieger Saarbrücken mit dem früheren Weltranglistenersten Fan Zhendong. „Ob Saarbrücken oder Düsseldorf, die Aufgabe könnte kaum schwieriger sein“, so Hodes‘ realistische Einschätzung: „Das ist eine der stärksten Mannschaften, wenn nicht die Stärkste.“
Unterschiedlicher könnten die Formkurven also aktuell kaum sein, zumal die Maberzeller personaltechnisch nach wie vor auf dem Zahnfleisch gehen: Kao Cheng-jui hat in dieser Saison noch kein Spiel für den TTC bestritten und wird dies aller Voraussicht nach auch nicht mehr tun, dazu plagt sich Jonathan Groth mit einer Verletzung an der Hand herum und konnte bei der 1:3-Heimniederlage vor Wochenfrist im Hessenduell gegen Bad Homburg nicht mitwirken. „Er laboriert immer noch an der Entzündung an der Hand, wir müssen schauen, ob es für einen Einsatz reicht“, bangt Hodes um den den Dänen. So muss Starspieler Dimitrij Ovtcharov den Großteil der Last schultern, der 37-Jährige erledigte seine Aufgaben zuletzt mit Bravour – allerdings muss auch Ovtcharov aktuell viele Reisestrapazen wegstecken, immerhin kehrte der „Dima“ erst einen Tag vor dem Spiel gegen Bad Homburg aus dem katarischen Doha zurück und trat die Reise in das Emirat zu Wochenbeginn direkt erneut an: In dieser Woche findet in Katars Hauptstadt der WTT Contender statt – für Ovtcharov winkt dort im Achtelfinale ein Duell mit dem chinesischen Weltranglistenzweiten Lin Shidong. „Aber diese Strapazen haben andere Vereine auch, das ist für uns keine Ausrede“, stellt der Zweite Vorsitzende klar: „Natürlich ist es trotzdem bitter, wir sind im Moment leider etwas vom Pech verfolgt. Mit voller Kapelle wäre das ein 50:50-Spiel. So steigt der Druck auf Dima natürlich, aber auch auf Fanbo oder Ruwen.“
Allen Umständen zum Trotz wollen die Maberzeller dennoch versuchen, gegen den Rekordmeister zu punkten – immerhin beträgt der Abstand auf einen potenziellen Abstiegsrang lediglich zwei Punkte. „Wir wollen uns bestmöglich verkaufen und mit ganz viel Glück etwas mitnehmen“, hofft Hodes, fügt allerdings an: „Zur Wahrheit gehört auch, dass die Situation ganz anders aussieht, wenn bei Düsseldorf zwei von drei Topspielern nicht bei 100 Prozent sind.“ Dennoch sieht der Zweite Vorsitzende sein Team in der Außenseiterrolle, nicht zuletzt ob der drei in Folge verlorenen Spiele. „Aber wir haben eine hervorragende Mannschaft. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir da auch wieder rauskommen.“
