Vor genau einer Woche konnten sich die Maberzeller im Halbfinale des Pokal Final Fours noch gegen den hessischen Konkurrenten durchsetzen, nun hatten jedoch die Gäste das glücklichere Ende für sich: Vor allem der im Pokal so starke Ruwen Filus fand kaum zu seinem Spiel und musste sich in beiden Einzeln geschlagen geben. An Position eins bekam er es zunächst mit dem Ungarn Csaba Andras zu tun, und trotz vermeintlich klarem Ergebnis (0:3) entwickelte sich hier ein Spiel auf Augenhöhe, dass der Abwehrspezialist durchaus auch hätte gewinnen können: Allein im zweiten Satz vergab Filus beim Stand von 10:8 zwei Satzbälle, Andras punktete vier Mal in Folge und sicherte sich den Durchgang mit 12:10. „Das war ein enges Spiel, was auch ganz anders hätte ausgehen können“, haderte Präsident Stefan Frauenholz: „Er führt zwei Mal 10:8 und verliert trotzdem. Das ist bitter.“
Und auch in seinem zweiten Einsatz gegen den Japaner Jo Yokotani lief es für den 37-Jährigen nur wenig besser – dabei war Filus drauf und dran, das Spiel in ein entscheidendes Doppel zu schicken: Mit 13:11 und 11:5 sicherte sich der Deutsche die ersten beiden Sätzen und sah wie der sichere Sieger aus, ehe das Spiel komplett in Richtung des Japaners kippte: Yokotani gewann drei Durchgänge in Folge und verwandelte dabei seinen ersten Matchball – und das obwohl Filus im vierten Satz bereits deutlich führte: „Er führt da mit 5:1 und bekommt das Spiel nicht zu. Es sollte heute wohl einfach nicht sein“, konstatierte Frauenholz.
Für den einzigen Maberzeller Punktgewinn sorgte wieder einmal Dimitrij Ovtcharov: An Position zwei ließ der frühere Weltranglistenerste, der erst am Samstag vom WTT Champions aus dem katarischen Doha zurückgekehrt war, Yokotani keine Chance. In den entscheidenden Momenten war „Dima“ stets zur Stelle und hatte am Ende die besseren Nerven: Nach verlorenem dritten Durchgang (8:11) sicherte sich Ovtcharov den vierten Satz souverän und glich zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. „Er hat ein Riesenspiel gemacht. Mit diesen Reisestrapazen ist das auch nicht selbstverständlich“, lobte Frauenholz. Für Ovtcharov geht es nach der Rückkehr nach Deutschland am Montag im Übrigen direkt zurück nach Doha: Ab Dienstag läuft in der katarischen Hauptstadt der WTT Star Contender.
Weil allerdings Trainersohn Fanbo Meng im dritten Einzel ebenfalls einen unglücklichen Tag erwischte und mit 1:3 gegen Juan Perez den Kürzeren zog, stand Filus an Position vier unter dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen – und anders als noch im Pokal Final Four, als der Abwehrspezialist im Finale sensationell Saarbrückens Patrick Franziska niederrang, konnte Filus dem Druck diesmal nicht standhalten. So stand am Ende ein 1:3 aus Maberzeller Sicht unter dem Strich – ein Ergebnis, dass die Playoff-Plätze für die Fuldaer in immer weitere Ferne rücken lässt. Stattdessen muss der TTC aufpassen, nicht sogar in die Abstiegszone der Liga zu rutschen: Der Vorsprung auf den ASC Grünwettersbach auf dem ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch zwei Punkte. „Auch Fanbo hatte seine Chancen. Am Ende war das heute einfach unglücklich“, bilanzierte Stefan Frauenholz abschließend.
