Lokales MKK 01.01.2026

Böllerwürfe auf Einsatzkräfte – Polizei Südosthessen zieht Bilanz

Gelnhausen (pm/gü) – „Arbeitsreich, laut, aber insgesamt weitestgehend friedlich – so könnte man die zurückliegende Silvesternacht im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen auf den Punkt bringen. Obwohl es zahlreiche meist kleinere Brände, viel Böllerei und etliche Streitereien gab, zu denen wir gerufen worden sind, können wir insgesamt eine positive Bilanz zum Jahreswechsel 2025/2026 ziehen", so das vorläufige Fazit von Polizeisprecher Thomas Leipold am Neujahrsmorgen: „Hervorzuheben sind zwei Dinge: Bislang haben die Kolleginnen und Kollegen lediglich drei leicht Verletzte registriert, zudem stehen nur vereinzelte Vorfälle, die sich auf das Tätigwerden von Einsatzkräften bezogen, zu Buche."

Symbolfoto: Christine Görlich.

Der weitaus überwiegende Teil der Einsatzanlässe, mit denen sich die Beamtinnen und Beamten konfrontiert sahen, waren silvestertypische, erwartbare Situationen. Brände entstanden nach erster Einschätzung der Ordnungshüter überwiegend durch die unsachgemäße Nutzung von Feuerwerk und hinterließen Sachschäden, die teilweise noch beziffert werden müssen. In Obertshausen, wo es vor einem Jahr zu Gewalttätigkeiten durch eine größere Personengruppe kam, blieb es dieses Mal vergleichsweise ruhig.

 

Ereignisse im Main-Kinzig-Kreis

17.50 Uhr - Nidderau, Bereich „Nidder-Forum" - Brand: Womöglich aufgrund von Feuerwerkskörpern entstand in einer Altpapierpresse eines Supermarktes ein Feuer. Feuerwehr musste den Container komplett leeren um den Brand zu löschen. Schaden unbekannt.

20.13 Uhr - Langenselbold, Brühlweg: Meldung über Böllerwürfe auf Passanten. Polizei vor Ort, jedoch keine Feststellungen mehr.

21.15 Uhr - Nidderau, Bereich „Nidder-Forum": Eine größere Personengrupp zündete dort Böller. Feuerwerk wurde laut Mitteilung wohl auch in Richtung parkender Fahrzeuge abgefeuert. Polizeibeamte trafen mehrere Personen an und führte eine Kontrolle durch.

23.21 Uhr - Steinau-Ulmbach - Brand: Ein hohler Baumstumpf in der Nähe eines Spielplatzes wurde vermutlich durch eine Feuerwerksfontäne ausgelöst. Eine Zeugin gab an, dass sie aus der Ferne Jugendliche mit Rücksäcken gesehen hätte und diese weggerannt seien. Das Feuer wurde durch die Feuerwehr schnell gelöscht.

0.25 Uhr - Erlensee, Rodenbacher Straße - Verdacht der versuchten, gefährlichen Körperverletzung: Zwei Männer (22, 34) sollen einen 35-Jährigen beinahe mit einer Rakete getroffen haben. Als der Ältere die beiden Jüngeren darauf ansprach, sollen sie ihn geschubst und mit einer Schreckschusswaffe auf ihn eingeschlagen haben. Die Schläge konnte er teilweise jedoch abwehren. Beide Tatverdächtigen mussten mit zur Polizeiwache, dort wurde jeweils eine Blutentnahme durchgeführt. Die Schreckschusswaffe wurde einbehalten.

0.40 Uhr- Bad Soden-Salmünster - Balkonbrand: Auf einem Balkon geriet eine Matratze in Brand, mutmaßlich durch Feuerwerk. Es entstand geringfügiger Gebäudeschaden.

1.55 Uhr - Nidderau, Hüttenweg - Brand Mülltonnen: Feuer an mehreren Mülltonnen wurde wohl fahrlässig verursacht, indem Reste von abgebranntem Feuerwerk auf die Deckel gelegt wurden. Eine Hausfassade entstanden Rußablagerungen.

2.55 Uhr - Schöneck, Bernaer Chaussee - Brand: Es wurden zwei abgebrannte Batterien neben Mülltonnen gestellt, die Batterien waren aber wohl noch am Glühen und haben deshalb wieder Feuer gefangen. Das Feuer hat sich auf die Mülltonnen ausgebreitet sowie auf eine angrenzende Hecke.

5.32 Uhr - Schöneck, L 3008 -Verkehrsunfall: Auf der Landesstraße 3008 kam es zwischen Kilianstädten und Oberdorfelden kam es zu einem Verkehrsunfall. Ein 45-Jähriger war zunächst mehrfach in den Gegenverkehr gefahren und anschließend mit einer Leitplanke kollidiert. Eine 22 Jahre alte Mitfahrerin erlitt dabei leichte Verletzungen und kam danach in eine Klinik. Die genauen Umstände und der Hergang sind nun Bestandteil der weiteren Ermittlungen. Hierzu wurde auch ein Gutachter zur Unfallstelle hinzugezogen.

 

Vorfälle gegenüber Einsatzkräften

19.56 Uhr - Dietzenbach, Rohrbrunner Weg: In einem 16-stöckigen Mehrfamilienhaus fand ein Rettungsdiensteinsatz statt. Die dafür alarmierten Rettungskräfte parkten mit ihren Fahrzeugen unmittelbar vor den Haupteingang. Hier wurden sie beim Verbringen einer Patientin mit Pyrotechnik beworfen. Die Polizei ermittelte eine 18-Jährige, die aus einem oberen Stockwerk Feuerwerkskörper nach unten geworfen haben soll. Diese verfehlten die Personen am Boden nur knapp. Ermittelt wird nun wegen Verdacht der versuchten, gefährlichen Körperverletzung.

22.45 Uhr - Rodgau, Nieuwpoorter Straße: Direkt hinter einer vorbeifahrenden Streifenbesatzung explodierte ein Böller. Eine Personengruppe wurde daraufhin kontrolliert, Platzverweise wurden ausgesprochen.

1.00 Uhr - Offenbach, Lauterborn: Böller wurden in Richtung eines Streifenwagens geworfen, Verursacher unbekannt. Nach Präsenz starker Kräfte keine weiteren Feststellungen.

1.50 Uhr - Dietzenbach, Germanenweg: Infolge eines Sturzes war ein 63-Jähriger behandlungsbedürftig. Im Rahmen der medizinischen Erstversorgung soll der Mann einer 32-jährigen Rettungssanitäterin gegen die Brust geschlagen haben; sie wurde leicht verletzt. Auch nach Eintreffen der Polizei zeigte er sich weiter aggressiv. Beim anschließenden Transport und auch im Krankenhaus, soll er zweimal versucht haben, einem Polizisten (28) ins Gesicht zu schlagen. Ermittelt wird nun unter anderem wegen Verdachts des tätlichen Angriffs.

Wer zu einem der oben aufgeführten Sachverhalte sachdienliche Angaben machen kann, wird gebeten, die örtlich zuständige Polizei zu kontaktieren.

 

Mutmaßlich selbstgebaute Böller sichergestellt

Bereits im Vorfeld kam es zu Geschehnissen und Meldungen, die mit Silvester in Verbindung stehen dürften. Nachdem in der Nacht zum 31. Dezember ein Fahrkartenautomat am Bahnhof in Maintal und ein Zigarettenautomat in Mühlheim am Main augenscheinlich mit Böllern gesprengt wurden, brachte ein Mann aus Dietzenbach am Mittwochnachmittag auf der dortigen Polizeistation einen Sack mit Feuerwerkskörpern vorbei, den er in einem Mülltonnenverschlag vor einem Wohnhaus in der Westendstraße gefunden habe – offenbar dort deponiert, um sie in der Silvesternacht zu zünden. Die offensichtlich unüblichen Knallkörper, viele davon augenscheinlich hochsprengfähige Selbstlaborate, wurden sichergestellt und von Amts wegen wurde eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gefertigt.

Gegen 17.30 Uhr erreichten die Polizei Meldungen aus Obertshausen, in denen die Rede war von einem Autokorso sowie mehrere Personen im Bereich eines Freizeitbades in der Badstraße beziehungsweise der Bundesstraße 448. Die Personen würden augenscheinlich mit Schreckschusswaffen „herumballern". Bei Eintreffen mehrerer Polizeistreifen, war jedoch nichts dahingehend feststellbar.

„Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr, in dem die Polizei auch weiterhin rund um die Uhr für Ihre Sicherheit im Einsatz ist“, schließt die Polizei ihre Pressemitteilung zur Silvesternacht.