Lokales VB 14.01.2026

Beeindruckender Weg: Amir Seyedzadeh veröffentlicht neues Buch

Lauterbach (sim) – Integration, Beruf und kulturelle Leidenschaft – all das vereint Amir Seyedzadeh auf beeindruckende Weise. Im Oktober 2018 kam er aus dem Iran nach Deutschland. Heute blickt er auf einen bemerkenswerten Weg zurück: Vom Teilnehmer eines VHS-Deutschkurses in Lauterbach über eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitswesen bis hin zur Veröffentlichung seines neuen Buches „Nicht böse gemeint“.

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„Als ich 2018 nach Deutschland kam, wusste ich erst einmal nicht, wo genau mein Weg hinführt“, erzählt Seyedzadeh. Zwei Monate nach seiner Ankunft begann er einen Deutschkurs, der insgesamt rund 19 Monate dauerte. „Danach habe ich meine Ausbildung im Krankenhaus begonnen.“ Sein Weg war dabei nicht immer einfach. Viele Menschen unterschätzten ihn aufgrund seines Migrationshintergrundes, doch der Pflegefachmann ließ sich nicht entmutigen. „Es hat Zeit und Kraft gekostet, mich zu beweisen. Aber ich hatte auch Unterstützung von Menschen, die an mich geglaubt haben.“

Die Ausbildung begann nach einem Praktikum im Kreiskrankenhaus Schotten. Im September 2020 startete Seyedzadeh offiziell seine Ausbildung, die er im September 2023 erfolgreich abschloss. „Dort habe ich nicht nur meine Deutschkenntnisse weiter verbessert, sondern auch festgestellt, dass Medizin und die Arbeit mit Menschen genau mein Interesse wecken“, sagt er. Heute arbeitet er fest im Krankenhaus.

Neben dem Beruf lebt Seyedzadeh weiterhin seine künstlerische Seite aus. Bereits im Iran hatte er eine Ausbildung als Regisseur absolviert, Kurzfilme veröffentlicht und einen Roman geschrieben. Auch in Deutschland ließ ihn die kreative Arbeit nicht los. Sein neues Buch „Nicht böse gemeint“, das Mitte November erschienen ist, umfasst vier Kurzgeschichten auf 104 Seiten.

Die erste Geschichte mit dem Titel „Sensation“ beschäftigt sich mit dem Thema Umweltaktivismus. Die Idee entstand, nachdem Seyedzadeh Videos gesehen hatte, in denen Polizisten große Mühe haben, Klimaaktivisten von der Straße zu entfernen. „Das empfinde ich teilweise als Belastung und auch als ungerecht gegenüber der Polizei“, erklärt er. Gleichzeitig übt er Kritik an Umweltaktivisten, „die moderne Technologie nutzen, aber durch Straßenblockaden andere Menschen behindern“.

Eine weitere Geschichte greift historische Motive auf: Seine vierte Erzählung behandelt das Thema Armut im Paris des Jahres 1850 – nicht, wie zunächst angenommen, in einer späteren Epoche. Insgesamt reichen die Themen des Buches von gesellschaftlicher Beobachtung über Fantasie bis hin zu sozialen Fragen.

Der Titel des Buches entstand aus einer Beobachtung im Alltag. „Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen eine Meinung äußern und dann sagen: ‚Aber das ist nicht böse gemeint‘. Das fand ich interessant und sehr typisch“, so Seyedzadeh.

Trotz seines fordernden Berufsalltags arbeitet der Autor bereits an neuen Projekten. Aktuell schreibt er an einem zweiten Roman mit dem Titel „Zweite Welle“. Das Werk ist dem Genre der psychologisch-surrealistischen Fantasy zuzuordnen und soll voraussichtlich im Jahr 2027 fertiggestellt werden. Sein Weg zeigt eindrucksvoll, wie Integration, beruflicher Erfolg und kulturelle Kreativität miteinander verbunden sein können. „Es geht nicht nur darum zu arbeiten, sondern auch darum, Ziele zu verfolgen, die aus einem selbst kommen“, sagt Seyedzadeh. Für ihn ist das Schreiben eine Möglichkeit, die Welt zu hinterfragen und zugleich ein Stück seiner eigenen Geschichte weiterzugeben.

Das Buch ist neben Amazon auf folgenden Plattformen erhältlich:

Thalia:

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1077742123

BoD Buchshop:

buchshop.bod.de/nicht-boese-gemeint-amir-seyedzadeh-9783695132201