Vorbereitende Arbeiten haben nun begonnen: Zehn Bäume müssen im Uferbereich gefällt und weitere Gehölze zurückgeschnitten werden, um Platz für die eigentlichen Arbeiten ab Sommer zu schaffen. Das etwa 22.700 Quadratmeter große Areal grenzt im Süden an die A4, im Osten an die B27 sowie im Westen und Norden an die Straße „In den Giesen“.
Ab Sommer sollen neue, geschwungene Bachabschnitte die bisher begradigte Haune Stück für Stück in ein naturnahes, dynamisches Gewässer verwandeln. Noch ist das Bachbett teilweise gepflastert und betoniert. Künftig erhält die Haune eine strukturreiche Gewässersohle, die für Amphibien, Insekten, Fische und Wasservögel attraktiver ist. Flussschlingen, neue Uferböschungen und vom Gewässerlauf abgeschnittene Stillgewässer bieten Lebensraum für Tiere und fördern die Artenvielfalt vor Ort, erklärt Bernhard Klöpfel, Leiter der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH.
Der Verlauf der Haune verlängert sich um rund 180 Meter. Etwa 400 vorgezogene Erlen- und Weidensteckhölzer werden entlang des Gewässers gepflanzt. Der bestehende Baumbestand bleibt während der Bauphase geschützt und wird in die Renaturierung integriert.
Die Maßnahme dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Hochwasserschutz der Stadt Bad Hersfeld: Renaturierte Uferzonen und Schleifen verlangsamen den Wasserabfluss bei Starkregen und lassen das Wasser kontrolliert in die Fläche ausweichen. Dadurch werden Flutwellen abgemildert und besiedelte Gebiete geschützt.
Die Fertigstellung der Renaturierung wird nach derzeitiger Planung rund zwei Jahre dauern. Das Projekt Haune ist eine von insgesamt fünf Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bauabschnitt A4 Bad Hersfeld-West (3. BA).
