Lokales FD 21.01.2026

Ausschuss gibt grünes Licht für zentrale Stadtentwicklungsprojekte

Fulda (pn) – Im Marmorsaal des Stadtschlosses hat sich der Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz und Stadtplanung der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend mit einer umfangreichen Tagesordnung befasst. Unter dem Vorsitz von Michael Ruppel standen zahlreiche städtebauliche Weichenstellungen auf dem Programm, viele davon mit großer Bedeutung für die langfristige Entwicklung der Stadt. Besonders im Fokus stand jedoch die Zustimmung zu dem ISEK-Konzept für das Südend.

Fotos: Paula Nöllenheidt.

Gemeinsam mit dem Ausschuss für Soziales, Familie und Jugend beriet das Gremium das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Südend im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“. Bürgermeister Dag Wehner sprach von einem „wichtigen Zwischenschritt“ und hob das umfangreiche Beteiligungsverfahren hervor, das insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 stattgefunden habe. „Die wesentlichen Punkte aus diesem Plan ergeben unsere Aufgabenstellung für die kommenden Jahre der Stadtpolitik“, resümierte er. Auch Stadtbaurat Daniel Schreiner betonte die Bedeutung des auf zehn Jahre angelegten Plans. Ziel sei es, herauszuarbeiten, was das Südend auszeichne, wo Defizite lägen und welche Maßnahmen künftig Priorität haben müssten. „Es geht darum, die Gesellschaft wieder enger zusammenzubringen“, so Schreiner.

Projektleiter Martin Fladt vom Büro „UmbauStadt“ berichtete anschließend von dem Ablauf des Projekts, für welches eine umfassende Bestandsaufnahme, unter anderem durch Befragungen der Anwohnerinnen und Anwohner, organisierte worden sei.  Herausgearbeitet wurden unter anderem Stärken wie die gute Nahversorgung, aber auch Schwächen, etwa fehlende größere zusammenhängende Flächen als soziale Treffpunkte für den stark internationalisierten Stadtteil. Als Chancen würden eine bessere Anbindung an die Innenstadt, neue Grün- und Aufenthaltsräume sowie soziale Infrastruktur wie ein Familien- oder Begegnungszentrum gelten. Insgesamt seien 46 Maßnahmen entwickelt worden, inklusive Kostenschätzungen und Priorisierung. „Wenn man es schafft, für eine Veränderung ein positives Grundverständnis zu schaffen, dann hat man die halbe Maßnahme schon getan“, betonte Fladt. Das Konzept wurde in beiden Ausschüssen einstimmig beschlossen.

Ebenfalls einstimmig votierte der Ausschuss für die Neuausweisung des Fördergebietes „Bahnhofsquartier“ im Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Schreiner stellte die geplante Gebietsabgrenzung und die nächsten Schritte zur Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts vor. Grünes Licht gab es auch für den Start des Bebauungsplanverfahrens „Wohnmobilhafen Am Badegarten“. Die Stadt arbeitet seit der Landesgartenschau an einer Konzeption für stadtnahes und naturnahes Camping, wofür Schreiner den Plan der Anlage vorstellte. Entlang des Fulda-Kanals sollen langfristig rund 100 Stellplätze für Wohnmobile sowie Pkw mit Wohnanhängern entstehen.

Zudem wurde der Bebauungsplan „Sportgelände Mackenrodtstraße“ beschlossen. Dort soll ein neues Sportgelände für den FV Horas mit zwei Fußballplätzen, Bolzplatz, Parkplatz und einem Vereinsheim entstehen. Auf den Weg gebracht wurden auch die Änderungen der Bebauungspläne „Gewerbepark Münsterfeld“ und „Neubaugebiet Nord“ in Gläserzell zur Vereinheitlichung des Baurechts. Außerdem präsentierte Schreiner eine Satzung für das „gründerzeitliche Bahnhofsviertel“, die nicht nur die städtebauliche Gestalt, sondern auch die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung sichern soll. Ziel sei es, Wohnen in der Innenstadt weiterhin zu ermöglichen, auch angesichts zunehmender Einpersonenhaushalte.

Abschließend informierte die Verwaltung über den Stand mehrerer Haushaltsanträge, darunter zum geplanten Neubau des Wertstoffhofs im Gewerbegebiet Münsterfeld, zur Wegebeziehung zwischen Kernstadt, Gerbergasse und Brunnen, zu Photovoltaik-Investitionen sowie zu einer Toilettenanlage für den Skate- und Bewegungspark. Im Rahmen der letzten Sitzung des Ausschusses vor der Kommunalwahl dankten Schreiner sowie Ruppel dem Ausschuss für die konstruktive Zusammenarbeit: Man sei oft unterschiedlicher Meinung im Detail, aber auf einer gemeinsamen Basis könne die Stadt weiterentwickelt werden.

 

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