Lokales 07.01.2026

Aufatmen in Berlin: Stromversorgung im Südwesten wiederhergestellt

Berlin (sim) – Nach dem bislang längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte ist die Energieversorgung im Südwesten der Hauptstadt wieder angelaufen. Der Netzbetreiber hat am Vormittag damit begonnen, das Stromnetz schrittweise hochzufahren. In den kommenden Stunden sollen nach und nach alle betroffenen Haushalte und Betriebe wieder zuverlässig mit Strom versorgt sein.

Kälte ohne Ausweg: Tausende Haushalte tagelang ohne Strom und Heizung. Foto: pixabay.

Zunächst wurden kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste priorisiert informiert. Parallel dazu wurden die Bürgerinnen und Bürger über das Warnsystem aufgefordert, Notstromaggregate vom Netz zu nehmen, um Schäden bei der Wiederzuschaltung zu vermeiden. Die Behörden mahnten außerdem zu einem vorsichtigen Umgang mit elektrischen Geräten unmittelbar nach der Rückkehr des Stroms. Auf stromintensive Anwendungen wie Waschmaschinen, Trockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder das Laden von Elektrofahrzeugen soll zunächst verzichtet werden, um das Netz nicht zu überlasten.

Auslöser des großflächigen Blackouts war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Seit Samstagmorgen waren zeitweise rund 45.000 Haushalte und etwa 2200 Betriebe ohne Strom, insgesamt waren nach Angaben des Senats rund 100.000 Menschen betroffen. Wegen der Tragweite hatte das Land Berlin zwischenzeitlich eine Großschadenslage ausgerufen.

Die Reparaturarbeiten liefen seit Tagen unter Hochdruck. Einsatzkräfte arbeiteten im Drei-Schicht-System, um beschädigte Leitungen freizulegen und provisorische Lösungen zu schaffen. Unterstützt wurden die Maßnahmen unter anderem durch Notstromaggregate, die an sensiblen Punkten eingesetzt wurden.

Während die Stromversorgung nun stabilisiert wird, dauern die Ermittlungen zum Anschlag an. Die Bundesanwaltschaft hat die Untersuchungen übernommen. Hintergrund ist der Verdacht auf eine politisch motivierte Sabotage kritischer Infrastruktur.

Mit der Wiederherstellung der Stromversorgung kehrt für die betroffenen Stadtteile ein Stück Normalität zurück. Gleichzeitig stehen viele Haushalte vor den Folgen der mehrtägigen Unterbrechung bei winterlichen Temperaturen. Fachleute rechnen damit, dass mögliche Schäden an Heizungen und Wasserleitungen teilweise erst in den kommenden Tagen sichtbar werden.