Lokales 16.01.2026

„Angehörige Sterbender stärken“: Ministerin Stolz besucht Trauercafé

Wiesbaden (pm/sim) – Anlässlich ihres Besuchs im Trauercafé des Hospizvereins Auxilium Wiesbaden betonte die Hessische Gesundheits- und Familienministerin Diana Stolz, wie wichtig Unterstützung für Sterbende und ihre Angehörigen in schwersten Zeiten ist. „Wir dürfen niemanden alleine lassen, denn Tod und Sterben werden oft tabuisiert. Dabei sind die Belastungen enorm, und Hilfe sowie Austausch sind unschätzbar wertvoll“, sagte Stolz.

Der gedeckte Tisch im Trauercafé Auxilium. Foto: HMFG.

Im Gespräch mit Betroffenen, die einen geliebten Menschen verloren haben, standen vor allem die Belastungen und Unterstützungsbedarfe der Angehörigen im Mittelpunkt. Stolz: „Wer eine Person in ihrer letzten Lebensphase begleitet, leistet eine wahre Mammutaufgabe. Neben Pflege und Betreuung müssen sie weiterhin den Alltag meistern – körperlich wie psychisch extrem belastend.“ Viele wüssten zudem nicht, welche Hilfen es gebe.

Genau hier setzt das vom Land Hessen geförderte Modellprojekt „Angehörige Sterbender stärken“ der Justus-Liebig-Universität Gießen an. Ziel des Projekts sei es, Betroffenen eine Stimme zu geben, ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die anderen in vergleichbaren Situationen helfen. Die Ergebnisse sollen öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) unterstützt das Projekt mit 25.000 Euro, darunter Personalmittel für eine Teilzeitstelle zur Projektkoordination über 18 Monate. Der Hospizverein Auxilium Wiesbade begleitet Sterbende zu Hause, im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder auf Palliativstationen. Neben der Begleitung bietet der Verein Trauerbegleitung, Beratung zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen.

Ministerin Stolz hob die Bedeutung von Netzwerken in der Hospiz- und Palliativversorgung hervor: „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag für eine ganzheitliche, respektvolle und würdevolle Versorgung am Lebensende. Sterben, Tod und Trauer werden in unserer Gesellschaft zu oft ausgeblendet – dabei gehören alle drei zum Leben. Hospiz- und Palliativarbeit hilft, diese Themen ins Leben und in die Mitte der Gesellschaft zu holen.“

Abschließend dankte Stolz allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen: „Ihr Engagement, Ihre Zeit und Ihre Menschlichkeit sind von unschätzbarem Wert. Sie begleiten Menschen und ihre Angehörigen in einer der schwersten Phasen des Lebens – dafür gebührt Ihnen mein herzlicher Dank.“