Entgegen zahlreichen Behauptungen in sozialen Medien war nicht der 29-jährige Fahrer eines BMW aus Gießen Verursacher der schweren Verletzungen an der Bushaltestelle auf der Südanlage. Verantwortlich für das Geschehen ist vielmehr ein 32-jähriger Fahrer eines Audi, der nach mehreren Verkehrskollisionen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und rücksichtslos weiterfuhr, hierbei mehrere Personen verletzte und erheblichen Sachschaden verursachte. Der Mann wurde noch am selben Tag festgenommen.
Der 29-jährige BMW-Fahrer handelte nicht als Täter, sondern als couragierter Zeuge. Nachdem sein Fahrzeug zuvor von dem Audi gerammt worden war, folgte er diesem, stellte sein Fahrzeug so ab, dass eine Weiterfahrt verhindert wurde, und hielt den flüchtigen Audi-Fahrer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dabei zog er sich selbst leichte Verletzungen zu. Sein Eingreifen trug maßgeblich zur Festnahme des Tatverdächtigen bei.
Die Polizei stellt ausdrücklich klar: „Der 29-jährige Gießener hat keine Straftat begangen. Ihn als Täter zu bezeichnen ist falsch und entbehrt jeder Grundlage.“
Der Mann sieht sich derzeit in sozialen Netzwerken massiven Anfeindungen, Bedrohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Die Polizei warnt eindringlich davor, falsche Beschuldigungen, beleidigende Inhalte, Bedrohungen oder Hasskommentare gegen unbeteiligte Personen weiter zu verbreiten. Solche Äußerungen können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, unter anderem wegen übler Nachrede, Verleumdung oder Bedrohung.
Die Polizei appelliert an die Öffentlichkeit, Informationen aus sozialen Netzwerken kritisch zu hinterfragen und sich bei der Bewertung von Ereignissen auf verlässliche Quellen zu stützen.
Zivilcourage, wie sie der 29-jährige BMW-Fahrer gezeigt hat, verdient Anerkennung und keinen öffentlichen Angriff.
Pkw fährt in Gießen in Bushaltestelle: Mehrere Verletzte – Fotos
