Im Mittelpunkt stand ein kurzer, markanter Predigttext aus dem Hebräerbrief: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit…dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“ (Hebr 13,8–9a). Pfarrer Marvin Lange nahm die Worte als „Handlauf“ für die Schwelle zwischen den Jahren und verband sie mit einem Rückblick auf ein bewegtes Jahr: Unsicherheiten, Umbrüche und das Gefühl, dass Lebenswege sich manchmal „neu berechnen“. Der Gottesdienst blieb dabei nicht bei der Diagnose stehen, sondern führte zu einer klaren theologischen Zusage: Festigkeit wächst nicht aus Selbstbehauptung oder Härte, sondern aus Gnade – aus dem Vertrauen, dass Menschen getragen sind, auch wenn die Zukunft offen bleibt.
Die Predigt regte viele zum Nachdenken an; mancher Augenblick wurde spürbar still. Nicht wenige Besucherinnen und Besucher zeigten sich berührt – einige verdrückten Tränen. Zugleich war der Gottesdienst geprägt von herzlichen Neujahrswünschen und persönlichen Begegnungen, die die Gemeinschaft über den Gottesdienst hinaus erlebbar machten. Musikalisch gestaltete Stephanie Muhl den Abend mit großer Ausdruckskraft an Orgel und Klavier. Ihre Musik trug die feierliche Grundstimmung, setzte Akzente der Sammlung und ließ den Raum zugleich weit werden – zwischen Dankbarkeit für das Gewesene und Hoffnung auf das Kommende. Ein hochemotionaler Schlusspunkt war das gemeinsame Lied „Nehmt Abschied, Brüder“, das vielen als passender Klang für den Übergang in das neue Jahr erschien: Abschied nehmen, ohne in Wehmut stecken zu bleiben – und weitergehen, ohne die Hände leer zu haben.
