Seit dem Hochschulpakt vergangenes Jahr haben sich die Finanzierungslage und Bedingungen für die Studierenden und Beschäftigten drastisch verschlechtert, wie Jan Kordes, Gewerkschaftssekretär im Bereich Gesundheit, Soziales und Hochschulen bei ver.di, ausführte. Um über Auswirkungen auf Studium und Arbeitsalltag aufzuklären und auf bessere Arbeits- und Studienbedingungen aufmerksam zu machen, rief ver.di am Mittwoch zum bundesweiten Hochschulaktionstag auf. „Wir fordern vom Land, dass es für eine ausgeglichene Finanzierung sorgt“, erläuterte Kordes.
An einem Stand auf dem Campus der Hochschule Fulda kamen verschiedene Organisationen mit Studierenden und Beschäftigten ins Gespräch. Dabei tauschten sie sich über diverse Themen rund um die anstehenden Tarifverhandlungen aus. „Wir informieren in Fulda, um zu sagen, dass es an den Beschäftigten liegt. Sie müssen sich zusammenschließen und sich für die Tarifverhandlungen stark machen“, forderte Kordes.
Die Forderungen seitens ver.di sind klar definiert: Eine Lohnsteigerung von sieben Prozent und mindestens 300 Euro. Zudem sollen Auszubildende200 Euro mehr und eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung, ohne Notenbezug, erhalten. Besonders wichtig sei Auch die Aufnahme von studentischen Beschäftigten in den Tarifvertrag. „Die studentischen Hilfskräfte in Hessen haben eine unzureichende schuldrechtliche Vereinbarung mit dem Land. Wir wollen, dass sie in den Geltungsbereich des Tarifvertrags des Landes Hessen kommen“, forderte Kordes. Außerdem betonte er die soziale Komponente des Mindestbetrags von 300 Euro mehr, und nannte einen Hausmeister oder eine Verwaltungsangestellte als Beispiel. „Diese Berufsgruppen sind essentiell, um eine Hochschule am Laufen zu halten. Sie sind allerdings eher niedriger eingruppiert und besonders von Kostensteigerungen betroffen.“.
Die ersten Gespräche mit den Betroffen seien sehr aufschlussreich. Im Fokus dabei stehe besonders, Präsenz zu zeigen und ansprechbar zu sein. „Wir wollen auf die Möglichkeiten aufmerksam machen und den aktuellen Stand aufklären“. Ebenfalls vor Ort war die DGB-Jugend Hessen-Thüringen, die Bildungsgewerkschaft GEW und Die Linke.SDS (Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband). „Wir wollen uns solidarisch mit allen Hochschulen bundesweit zeigen“, sagte die ver.di-AktiveFriederike Klinke.
Neben Informationsmaterial wurden vor Ort Postkarten von Studierenden und Beschäftigten gesammelt. „Die Erkenntnisse führen wir mit anderen hessischen Hochschulen zusammen, um ein Bild zu erstellen“, so Klinke. Zudem gab es noch ein „Hochschul-Pechrad“: Nach dem Drehen bekamen die Menschen einen Schlüsselanhänger, Kugelschreiber oder Gummibärchen. Aus Sicht der Studierenden konnten Alexander Wiegel und Daniel Wünsche von „Die Linke.SDS“, sprechen. „Die meisten haben den Hochschulpakt letzten Sommer mitbekommen, doch die Tarifverhandlungen oder “TV Stud” nur ganz wenige. Unsere Aufgabe ist es, darüber zu informieren, dass es bessere Arbeitsbedingungen geben kann, als es aktuell der Fall ist“, so Wiegel. „Der durchschnittliche Monatsverdienst studentischer Beschäftigter liegt bei 480 Euro, das ist weit unter der Minijobgrenze, die gesetzlich ausgereizt werden darf, um beispielsweise BaföG ohne Abzüge zu erhalten“, fügte Wünsche an.
