Unter dem eindringlichen Leitsatz „Schweigen ist keine Option“ machte Listmann deutlich, dass Antisemitismus nicht nur Jüdinnen und Juden bedroht, sondern auch die Grundlagen von Demokratie und Meinungsfreiheit. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, wie sich antisemitische Haltungen nicht nur offen, sondern auch in Symbolen, Codes und Sprachbildern äußern, die auf den ersten Blick harmlos wirken. Anhand historischer und aktueller Beispiele erläuterte sie, wie diese Ausdrucksformen entstanden sind und bis heute weiterverwendet werden.
Zugleich wies die Referentin auf die Schwierigkeit hin, antisemitische Aussagen rechtlich zu verfolgen, da sie häufig indirekt oder verschleiert auftreten. Umso wichtiger sei es, antisemitische Inhalte zu erkennen, einzuordnen und klar zu benennen. Listmann appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung jedes Einzelnen, nicht wegzuschauen, sondern Haltung zu zeigen und Solidarität zu bekunden. Betroffenen empfahl sie, Unterstützung bei Beratungsstellen wie OFEK, RIAS oder bei der Polizei zu suchen. Der Abend endete mit dem gemeinsamen Appell, Antisemitismus wahrzunehmen, in den jeweiligen Kontext zu setzen und aktiv dagegen einzutreten.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Ringvorlesung „Jüdisches Fulda“ statt und wurde in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda e. V., der Stadt Fulda, der Jüdischen Gemeinde Fulda sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck durchgeführt.
