Im November vergangenen Jahres verkündete Altengronau, die Spielgemeinschaft im Sommer zu verlassen und in die Eigenständigkeit zurückzukehren. Die Verantwortlichen aus Jossa, Mittelsinn und Obersinn zeigten sich geschockt über die Art und Weise der Mitteilung. Daraufhin suchten die Vereine das Gespräch mit den Spielern, um über die Situation sowie die Zukunftspläne für die neue Saison zu sprechen. Am Ende entschieden sich die Spieler aus Jossa, Mittelsinn und Obersinn, nicht mehr gemeinsam mit den Kickern aus Altengronau in der A-Liga aufzulaufen.
„Der Tenor ist, dass sie unter den Bedingungen nicht mehr weiterspielen wollen“, erklärt Jossa-Funktionär Tobias Ziegler. Die Entscheidung, bereits zur Rückrunde „getrennte Wege“ zu gehen, sei keine Trotzreaktion, wie Ziegler betont. „Es ist keine Retourkutsche. Es haben auch nicht die Vorstände beschlossen.“ Noch vor den Weihnachtsfeiertagen setzten sich die Vorstände aller vier Vereine zusammen und teilten die Trennung mit. „So wie die Geschichte vermittelt wurde, ist es irgendwo schade – du kannst die Spieler aber auch nicht dazu zwingen, weiterzuspielen“, ergänzt Ziegler.
Die SG Sinngrund steckt in der A-Liga Süd mitten im Abstiegskampf. Für die Rückrunde werden allerdings nur noch Spieler des FV Altengronau für den Klassenerhalt kämpfen. Die Fußballer von Jossa, Mittelsinn und Obersinn spielen geschlossen im B-Liga-Team der SGS – und das unter neuem Trainerteam. Ab sofort wird Christian Weikinger gemeinsam mit Aaron Brasch und Niklas Breidenbach die Reservemannschaft übernehmen. Damit beerben sie Spielertrainer Tobias Beringer.
„Mir tut es am meisten leid, dass es so auseinandergeht“, bedauert Ziegler, der selbst 20 Jahre in verschiedenen Funktionen beim FVA aktiv war. Wie genau es weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen. Fest steht, dass Obersinn und Mittelsinn zur neuen Spielzeit zurück in den bayerischen Fußballkreis wechseln. Ob Jossa den Schritt mitgeht, steht derzeit noch aus. „Beide Vereine würden uns gerne aufnehmen. Wir sind aktuell noch zwiegespalten, ob sich der Aufwand lohnt.“ In den kommenden Wochen werden noch Gespräche geführt. „Jossa stellt nur zwei Spieler, die auch nicht jünger werden. Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht“, so Ziegler.
„Wir waren schon geschockt“, sagt Altengronaus Vorstandsmitglied und ehemaliger Spielertrainer der zweiten Mannschaft, Tobias Beringer. Eine Woche vor den Weihnachtsfeiertagen erhielt der FVA die Nachricht, dass sie die Rückrunde ausschließlich mit den eigenen Spielern bestreiten müssen. „Eigentlich war alles gut, bis zur Bekanntgabe“, erklärt Beringer. „Es war nicht unser Ziel, dass sich Spieler auf den Schlips getreten fühlen. Wir wollten die Eigenständigkeit früh genug bekanntgeben.“ Dass sich die Spieler hintergangen fühlen, könne er nicht verstehen. „Wir hätten es gerne wie in Gundhelm/Hutten zu Ende gespielt. Der Verein spielt sogar noch eine Hallenrunde zusammen.“
Ebenfalls enttäuscht zeigt er sich über die plötzliche Neubesetzung der Trainerposition. Bis vor wenigen Wochen hatte Beringer das Amt des Spielertrainers der zweiten Mannschaft inne. Nachdem die Spieler von Obersinn, Mittelsinn und Jossa nun geschlossen in der B-Liga an den Start gehen, wurde Beringer kurzerhand ersetzt. „Es ist ärgerlich. Ich hätte die Runde gerne mit meinen Jungs fertiggemacht“, bedauert er und fügt hinzu: „Es ist eigentlich eine Vorbereitung für den Sommer. Jeder muss mitziehen, wie es im Sommer hätte sein sollen.“
Das oberste Ziel sei nach wie vor, die Klasse in der A-Liga zu halten. Mit 13 Punkten und dem vorletzten Tabellenplatz sei dies alles andere als einfach, dennoch gibt Beringer, der ab sofort Trainer Max Tautorat in der A-Liga unterstützt, die Hoffnung nicht auf. „Es war schon mit allen vier Vereinen schwer gewesen. Ohne die anderen drei wird es nicht leichter“, weiß er, fügt aber hinzu: „Viel schlechter als die Hinrunde können wir es aber nicht machen.“
