Stefan Niehoff war in den letzten Jahren mehrfach in Fulda zu AfD-Veranstaltungen, auch als Redner. Bekannt wurde der Rentner aus Bamberg, als er nach einer frühmorgendlichen Hausdurchsuchung an die Öffentlichkeit ging. Auslöser der polizeilichen Maßnahmen war ein Retweet eines Habeck-Memes, in dem im Stile einer Haarspray-Werbeanzeige unter einem Habeckbild „Schwachkopf Professional“ stand. Die entsprechende Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Niehoff wurde später fallengelassen.
Pierre Lamely bezeichnete Niehoff als einen „Kämpfer für die Meinungsfreiheit“ und bat die anwesenden beim Wahlkampfauftakt der AfD im Bürgerhaus Johannesberg, sich zu einer Schweigeminute zu erheben. Diese wurde gleich zu Anfang durch einen etwa 30 Jahre alten Anwesenden gestört, der ansetzte, Niehoff und der AfD „ausländerfeindliche Hetze“ vorzuwerfen. Der Störer wurde sowohl von jugendlicheren Anwesenden als auch dem Ordnungsdienst zu Boden gebracht und, trotz Gegenwehr, vor die Tür gesetzt und der Polizei übergeben. Diese stellte die Personalien fest und prüft, ob eine Straftat begangen wurde. Gleichzeitig erhielt die Person einen Platzverweis.
Wie Artur Gilbert vom Kreisvorstand der AfD danach erläuterte, werde die Fuldaer AfD prüfen, ob sie Strafantrag wegen Hausfriedensbruch stellt. Er selbst werde gegen den Störer wegen Beleidigung vorgehen. Dieser habe ihn, schon im polizeilichen Gewahrsam, als „Scheiß Nazi“ und „Nazisau“ angebrüllt und ihm gleichzeitig zugerufen, er solle Deutschland verlassen. Gilbert empfand das nach eigener Aussage als besonders verletzend, da er einen Migrationshintergrund habe und gleichzeitig, als Unternehmer und Kommunalpolitiker, versuche, Deutschland etwas zurückzugeben.
Andreas Goerke von „Fulda stellt sich quer“ hatte vor dem Bürgerhaus zu einer Demonstration gegen die AfD aufgerufen. Auf Nachfrage erklärte er, den Störer nicht zu kennen: „Er gehört nicht zu unserem Demokratiebündnis“. Goerke selbst distanzierte sich von solch einer Art des Protestes und wünschte lieber friedlichen und bunten Protest gegen die AfD, wie von ihm organisiert, bei dem die Polizei nicht einschreiten muss.
