Was sich an diesem Tag zeigte, war eindrucksvoll: Alles, was in Fulda und Umgebung Rang und Namen hat, war gekommen. Ehemalige Weggefährten, Freunde, Kollegen, Politiker, Sportler, Vereinsvertreter und Mitarbeiter aus Hotellerie und Gastronomie standen Schulter an Schulter mit seiner Familie, um einen Mann zu verabschieden, der weit über Bronnzell und den Landkreis Fulda hinaus eine Identifikationsfigur war.
In einer sehr persönlichen und bewegenden Predigt erinnerte Stadtpfarrer Stefan Buß, der Schütrumpf ebenfalls gut kannte, an einen Menschen, der „bei vielen von uns Spuren auf unterschiedlichste Weise hinterlassen hat – in seiner Familie, bei Freunden und Nachbarn, bei Kollegen in Vereinen, überall in dieser Stadt“. Der Tod sei viel zu früh gekommen. Erst vor wenigen Wochen sei die Diagnose über das Leben der Familie hereingebrochen. Trotz allem sei Schütrumpf „bis zuletzt kämpferisch und optimistisch geblieben“ – eben ganz seinem Naturell entsprechend.
Wie viele an diesem Tag stellte auch Buß die Frage, die unausgesprochen im Raum stand: „Warum so früh? Warum ausgerechnet er?“ Eine Antwort darauf gebe es nicht. Was bleibe, sei Trauer – aber auch Dankbarkeit. „Für ein Leben, das reich war an Liebe, Leidenschaft und Menschlichkeit.“
Buß beschrieb Schütrumpf als einen Menschen, der nie im Vordergrund stehen wollte und doch immer da war, wenn es darauf ankam. Er sei kein Mann für die große Bühne gewesen, aber einer, der wusste, wann es zu handeln galt – unkompliziert, hilfsbereit, gesellig, einer, der Freundschaften pflegte und Menschen zusammenbrachte. Beziehungen habe er nicht oberflächlich, sondern ehrlich gelebt.
Als Hoteldirektor des Platzhirsch habe er einen Ort der Begegnung geschaffen – an dem Menschen willkommen seien. Seine Vorstellung von Gastfreundschaft sei gelebte Willkommenskultur gewesen. Seine Mitarbeiter hätten es in der Todesanzeige schlicht und berührend auf den Punkt gebracht: „Wir hatten einen tollen Chef!“ Schütrumpf sei ein Macher gewesen, einer mit Ideen und Visionen, mit Plänen für die Zukunft – für sein Hotel, für die Stadt und für die Menschen.
Sein Herz habe für Fulda geschlagen, besonders für Bronnzell. In der Fuldaer Foaset war er eine feste Größe, unvergessen als Prinz Dirk Novus Hotelicus der LXXVI. im Jahr 2017. Dieses Amt sei für ihn nicht nur Ehre, sondern auch Aufgabe gewesen – für Tradition, für Lebensfreude und für Gemeinschaft. Auch im Sport war er engagiert: als Vorstandsmitglied der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, in seinem Heimatverein Viktoria Bronnzell und als Torwart früher selbst auf dem Platz. Er habe an die Kraft der Gemeinschaft geglaubt und daran, dass nur gemeinsam etwas erreicht werden könne.
Bei all seinen Rollen – Unternehmer, Vereinsmensch, Prinz, Netzwerker – habe jedoch immer eines im Mittelpunkt gestanden: seine Familie. Sie sei sein Rückhalt, seine Kraftquelle, sein Zuhause gewesen. Seit fast 20 Jahren war er mit Donata verheiratet, und voller Stolz habe er von seinen Kindern Fynn und Lara gesprochen. Diese Liebe, so Buß, rage über den Tod hinaus. Besonders bewegend waren im Anschluss auch die Ansprachen von engen Vertrauten Schütrumpfs: Martin Geisendörfer (Geschäftspartner und Vorstandskollege bei der SG Barockstadt), Oliver Weißenberger (FKG-Präsident) und Martin Böhne (Für die Bronnzeller Feuerwehr, den Sportverein Viktoria und den Carnevalsverein Schimmelreiter) richteten Worte an die Trauergemeinde und besonders an Schütrumpfs Familie.
Am Ende bleibe das, was Dirk Schütrumpf gegeben hat: Erinnerungen, Geschichten, Begegnungen, ein Lächeln, sein Name. Fulda, so die Worte des Stadtpfarrers, sei durch ihn ein Stück reicher geworden. Mit schwerem Herzen, aber auch mit großer Dankbarkeit nahm die Stadt Abschied von einem Freund, Macher und lebensfrohen Unternehmer. Dirk Schütrumpf war ein Unikat – und er wird fehlen.
