Begrüßt wurden die Gäste von TechHub-Vorsitzendem Sebastian Wassermann. Er blickte kurz auf das wirtschaftliche Geschehen und griff auch das Stichwort Transformation auf. Diese sei nicht nur für Unternehmen wichtig, sondern für den ganzen Staat. Als Vergleich blickte er nach Finnland, wo Themen wie Renteneintrittsalter, Automatisierung und Digitalisierung schon angegangen worden seien. „Das Land geht aus seiner Komfortzone und das ist etwas, das ich mir auch für Deutschland wünsche“, sagte Wassermann: „In der Komfortzone passiert absolut gar nichts.“ Dort gebe es nur Stagnation. Auch Vorstandsmitglied Christian Vey blickte kurz zurück. Über 1000 Teilnehmer hätten im vergangenen Jahr an den Veranstaltungen des TechHubs teilgenommen. „Eine recht beeindruckende Zahl“, ordnete er ein: „Ein Netzwerk lebt davon, dass viele mitmachen und sich einbringen.“ Die Zahl der Mitglieder belaufe sich mittlerweile – zweieinhalb Jahre nach der Gründung – auf 80, weitere seien gerne willkommen. Im Anschluss überreichte er je einen Scheck über 1000 Euro an Vertreter der Ferdinand-Braun-Schule und der Konrad-Zuse-Schule, das Geld soll dort für Tech-Projekte eingesetzt werden.
Referent des Abends war Dr.-Ing. Moritz Hämmerle vom Frauenhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Unter der Überschrift „Industrial Transformation – Wie sich (Industrie-)Unternehmen neu ausrichten und zukunftsfest machen“ zeigte er auf, warum Transformation wichtig ist und wie gerade mittelständische Industrieunternehmen sie erfolgreich gestalten können. „Wir haben keine Pille, die sofort wirkt. Transformation ist etwas, das Zeit braucht“, verdeutlichte Hämmerle. Er blickte darauf, wie es den Kernbranchen der deutschen Industrie geht, wie die Prognosen aktuell aussehen und welche Gefährdungen es gibt. „Der Kuchen wächst global, aber uns Anteil sinkt. Wir haben die neuen Spielregeln noch nicht verstanden.“ Ob mit Luxussportwagen langfristig noch genug Geld zu verdienen sei, wenn andere Hersteller Fahrzeuge mit gleicher Leistung und ähnlichen Features zu einem Fünftel des Preises anbieten, müsse in Frage gestellt werden. „Es geht bei der Transformation nicht darum, zu definieren, was der nächste kleine Schritt ist“, machte Hämmerle deutlich. Vielmehr müssten Produkte, Prozesse und so weiter langfristig neu gedacht werden. Wie das gelungen kann zeigte er an mehreren Beispielen auf.
