„Wir wollen, dass die Politik Geld in die Hand nimmt und zeigt, dass ihr das Thema Sicherheit wichtig ist“, sagte EVG-Pressesprecher Benjamin Köster. Täglich kommt es zu etwa acht Übergriffen in Regionalzügen, die Dunkelziffer ist jedoch deutlich höher. Besonders der tödliche Übergriff auf Serkan Calar schockierte Kollegen und Betroffene. „Wir wollen mehr Sicherheit in den Zügen. Wir wollen, dass es aufhört, dass unsere Leute sich in Lebensgefahr begeben, wenn sie ihre Schichten antreten“, betonte Köster.
Alle Zugstrecken im deutschen Regionalverkehr werden von der Politik bestellt und ausgeschrieben. Eisenbahnunternehmen können sich darauf bewerben, die Aufgabenträger vergeben die Strecken meist an die günstigsten Anbieter. Für die Unternehmen ist das Personal ein Bereich, an dem sie finanziell drehen können. In den meisten Regionalzügen arbeitet nur ein Zugbegleiter – teilweise für bis zu 400 Fahrgäste.
Dies soll sich durch die von der EVG geforderte Doppelbesetzung ändern. „Die Doppelbesetzung ist ein wichtiges Instrument. Das schreckt potenzielle Angreifer ab“, sagte Köster. Die EVG fordert die Aufgabenträger auf, die Strecken gezielt mit zwei Zugbegleitern auszuschreiben.
Um Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben, überreichten die Demonstranten am Esperantoplatz eine Petition, die bereits 10.000 Unterschriften gesammelt hat. „Es zeigt, dass das Thema viele Menschen betrifft“, sagte Köster. Bei der Deutschen Bahn konnte die EVG bereits Bodycams für einige Zugbegleiter durchsetzen; die Doppelbesetzung soll nun folgen.
